„Wenn gut nicht mehr reicht…" Fünf Paare bei der DM im Special über 80 Prozent – Wahnsinn!

Und sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen mit diesem Satz: Jessica von Bredow-Werndl. Nein, gut reichte in diesem DM-Special-Starterfeld nicht mehr. Wer vorne mitmischen wollte, musste überragend sein. Mit 84,294 Prozent hat noch keiner den Deutschen Meistertitel im Grand Prix Special gewonnen. In diesem Jahr hat das Isabell Werth mit Weihegold geschafft. Vier der fünf Richter waren sich einig: das Paar hat Gold verdient. Es war der neunte nationale Meistertitel für Werth. "Das war schon 'geil", lachte sie. "Auch wenn geil ein Wort ist, das zu meinem Alter nicht mehr so gut passt, aber es beschreibt einfach mein Gefühl auf Weihegold."
In den beiden vergangenen Jahren hatten Kristina Bröring-Sprehe und Desperados sich diesen Titel gesichert. 2015 mit 82,49 Prozent, 2014 mit 83,784 Prozent.
Verblüfft war die Reiterin, verblüfft waren auch einige Experten: Dass Showtime ein Ausnahmepferd ist, war klar. Aber dass er sich hier schon so sicher auf diesem Niveau präsentiert, das war schon ein wenig überraschend und genial. Mit 83,176 Prozent gewann das Paar die Silbermedaille. „Ich bin absolut überwältigt“, schwärmte Dorothee Schneider. „Morgen in der Kür geht es jetzt in erster Linie darum, die Nerven zu behalten.“
81,922 Prozent war das Bronze-Ergebnis am Ende für die Titelverteidiger, Kristina Bröring-Sprehe und Desperados. Natürlich war die Weltranglistenerste doch etwas enttäuscht, aber ihr Hengst hatte sich zu Beginn der Prüfung einmal mächtig erschrocken. Einige Zuschauer auf der Tribüne an der kurzen Seite bei A waren aufgestanden und einige Fächer waren heftig gewedelt worden. Danach – großes Kompliment an den Hengst – hat sich Desperados super schnell wieder gefangen und voll auf seine Aufgabe konzentriert.  
Mit 81,098 Prozent folgte wiederum Isabell Werth auf Platz vier, dieses Mal im Sattel von dem zehnjährigen Emilio. Gestern waren noch ein, zwei Fehler in der Prüfung, die Werth eindeutig auf ihre Kappe nahm. „Heute war Emilios Reiterin etwas wacher als gestern“, erklärte sie schmunzelnd. Sönke Rothenberger und sein sagenhafter neunjähriger Cosmo wurden mit 80,235 Prozent Fünfte. Auf den Plätzen sechs bis neun reihten sich die weiteren A-Kaderreiter ein. Im Grunde könnte man in diesem Jahr zwei wunderbare olympische Mannschaften aufstellen, wenn alle Pferde und Reiter in dieser Form und gesund bleiben.
Was für ein Wahnsinn: fünf Paare über 80 Prozent! Mit einer Wertung von über 80 Prozent war keine Medaille garantiert. „Ich bin wahnsinnig glücklich“, sprudelte Bundestrainerin Monica Theodorescu. „Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal eine Deutsche Meisterschaft auf diesem Niveau gerichtet zu haben“, betonte auch Chefrichterin Dr. Evi Eisenhardt.