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Nachschlag Rotterdam – Jonny Hilberath und seine Einschätzungen

„Platz sechs im Nationenpreis – das hört sich so nach Verlust oder verlieren an. So ist es aber nicht!“, erklärt der Disziplintrainer mit Nachdruck. Der Nationenpreis in Rotterdam sei gerade für die unerfahreneren Reiter eine Chance. „Unser Anliegen ist es, den deutschen Dressursport noch breiter aufzustellen“, erklärt Hilberath. „Das Turnier in Rotterdam hat Championatscharakter. Es ist ein bisschen, als ob wir die jungen Reiter ins Wasser schubsen, um ihnen schwimmen beizubringen.“ Und der Teich war gefüllt mit starken Fischen – um in Hilberaths Bild zu bleiben. Die Teams aus den USA, Schweden, Frankreich und die heimische Nation haben ihre stärksten Paare an den Start gebracht, so Hilberath. „Das Niveau war extrem hoch. Hier ging es für viele Paare um die Olympiasichtung.“ In diesem Umfeld seien 70,5 Prozent im Schnitt keine Schande und alles zusammen sei sehr wertvoll im Aufbau für kommende Aufgaben.
„Ich bin mit den vier Damen zufrieden. Alle Pferde waren gut vorbereitet.“

Zu den Damen im Einzelnen:
Die ‚Tetenreiterin der Mannschaft’ war Kathleen Keller mit dem 14-jährigen De Niro-Sohn Daintree. „Schon am Abend vor dem Nationenpreis haben wir von den Unwetterwarnungen gehört. Es hat dann auch beim Abreiten von Kathleen etwas geregnet und gegrummelt, aber nicht schlimm. Just als wir rüber gingen zum Stadion, wurde die Prüfung dann unterbrochen. Alle Reiter mussten in eine kleine Halle, die dann natürlich absolut voll war. So konnten Kathleen und Daintree nicht mehr optimal vorbereitet in ihre Prüfung starten, dafür hat sie das sehr gut gemeistert. Beim Anfangsgruß hat sich Daintree noch kurz erschrocken und vorne herausgehoben. Mit all dem im Hinterkopf hat Kathleen noch eine sehr mannschaftsdienliche Leistung hingelegt.“
Zweite Reiterin für Deutschland war Juliane Brunkhorst mit Fürstano. „Juliane ist ja noch ‚ganz frisch’ in Nationenpreisen und hat einen tollen Job gemacht. Sie hat sich mit Fürstano nach der Deutschen Meisterschaft in Balve noch verbessert. Die Piaffen und Passagen waren sehr schön, in den Zweierwechsel hatte sie leider einen Fehler, aber insgesamt war das sehr feines, effektives Reiten und die beiden haben noch Luft nach oben. Das Paar ist eine Bereicherung für den deutschen Dressursport.“
Bernadette Brune und Spirit of the Age folgten als drittes Mannschaftspaar. „Bernadette hat ihr Pferd gut in Schuss. Am Anfang war er etwas übermotiviert und konnte die Füße beim Gruß nicht still halten. Leider hatten sie auch Fehler in beiden Wechseltouren, aber Piaffe, Passage und die Pirouetten waren gut. Und auch mit den Fehlern lag sie noch über 68 Prozent.“
Den Schluss machte die 23-jährige Charlott-Maria Schürmann mit Burlington. „Charlotte war wie immer voll fokussiert und motiviert. Sie hatte ihr Pferd in einer sehr schönen Anlehnung und Selbsthaltung, die Trabarbeit war sehr fein. Nach dem zweiten Zweierwechsel hatte sie einen Fehler, da konnte es dann nur noch die 3 dafür geben. Das war teuer und schade, danach sind die beiden gut nach Hause geritten und kamen immer noch auf 72 Prozent.“

Charlott-Maria Schürmann hat sich mit ihrer Leistung einen Startplatz in der Kür der O-Tour am Samstagabend gesichert. Ihre Mannschaftskolleginnen dürfen noch einmal in einem Grand Prix am Samstagnachmittag an den Start gehen.
Weitere Infos unter www.chio.nl