Dorothee Schneider und ihr Wochenende in Herning: spannend, anders, erfolgreich

Das erste internationale Turnier mit Sammy Davis jr., zwei Gala-Auftritte als ‚Eisprinzessin’ mit dem Triple-Weltmeister Sezuan, Fremdreiterin bei den fünfjährigen dänischen Jungpferden mit englischem Kommentar und dazwischen jede Menge Interviews. „Mein Zeitplan war straff, aber es hat Spaß gemacht“, resümiert die 48-Jährige am Sonntagabend.

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'Eisprinzessin Doro' und Sezuan begeistern beim Gala-Abend in Herning. (Foto: Equitaris/Becker)

Für den Louisdor-Finalsieger Sammy Davis jr. war es der erste internationale Auftritt. „Ich bin super happy!“ Im Grand Prix hatte Schneider ein sehr gutes Gefühl. „In den Einern kam ein bisschen Spannung auf, aber insgesamt war Sammy bei der Sache, hat keinen Fehler gemacht und das, obwohl die Halle schon gewaltig war.“ Die Veranstaltungshalle, in der auch schon Helene Fischer aufgetreten ist und in die 7.500 Zuschauer rein passen, ist beeindruckend – gerade für noch nicht ganz so erfahrene Pferde. „Aber sie ist nicht eng, die Pferde haben trotzdem Platz, das hilft.“ Insgesamt seien die Bedingungen in dem neuen Stadion für die Pferde sehr gut, lobt Schneider. Überhaupt sei das Turnier insgesamt sehr gut organisiert gewesen.
Die Kür mit Tango-Thema hat Sammy zunächst, bevor er eine eigene bekommt, von Forward Looking übernommen. „Bei der Kür habe ich schon gemerkt, dass er ein bisschen müde war. Die Tage in Herning waren für ihn aufregend und dadurch auch etwas anstrengend.“ Zwei kleine Fehler schlichen sich so in der Kür ein, aber für Schneider steht fest: „Sammy ist auf einem sehr schönen Weg. Er ist sensibel, charmant, macht vielleicht mal ein Sätzchen, aber bleibt trotzdem bei der Sache und er kommt sehr gut an.“

Die Gala-Abende waren beide ausverkauft, es brodelte. „Wahnsinn, was die für eine Party gemacht haben, echt gut. Und Sezuan hat super mitgemacht!“ Ihr Outfit war eine Eigenkreation – „Ein bisschen wie die Eisprinzessin“, lacht Schneider – und zusammen sahen Schneider und Sezuan atemberaubend aus und zeigten vor allen Dingen ihre Klasse. Zum Auftritt der beiden wurde live in der Halle der Eiskönigin Titelsong 'Let it go' gesungen – das i-Tüpfelchen einer perfekten Show. Auf die weitere sportliche Karriere dieses Ausnahmehengstes sind alle sehr gespannt.
Fremdreiterin bei 25 Fünfjährigen, zehn Minuten pro Pferd inklusive Auf- und Absteigen und Notenvergabe für Rittigkeit und Perspektive, während des Reitens per Headset kommentieren für das Publikum vor Ort – das war schon eine ganz spezielle Herausforderung. „Ich hatte mir die Pferde vorher alle in der Einlaufprüfung angeguckt. Da gab es ein breites gutes Mittelfeld und ein paar sehr interessante Pferde in der Spitze. Die meisten waren auch schon brav, nur bei wenigen musste man etwas schneller aufsteigen“, erklärt sie und grinst.
Dorothee Schneider ist eine Botschafterin guten Reitens und gerade mit solchen Wochenenden ein Aushängeschild der deutschen und internationalen Dressurreiterei. Aber solche Wochenenden kosten Kraft und Schneiders Woche beginnt auch nach Herning wieder am frühen Montagmorgen. So hat sich Ehemann Jobst Krumhoff um den Rücktransport der Pferde gekümmert, mit Zwischenstopp bei Co-Bundestrainer Jonny Hilberath in Scheeßel, und Dorothee Schneider selbst konnte am Sonntagabend per Flieger nach Hause jetten, um Montag früh wieder im Sattel zu sitzen.