…und das 'passende Erfolgsrezept'…

D'Agostino ist mit 17 Jahren der 'Senior' im deutschen A-Kader, gefolgt von Don Johnson, 16-jährig. Zwei Pferde, die seit 2012 konstant zum deutschen A-Kader gehören und sich auch im reifen Alter noch topfit und mit großem Spaß im Viereck zeigen. Wie geht das?
dressursport-deutschland.de hat mit Fabienne Lütkemeier über das 'Rezept' mit ihrem erstaunlichen Kader-Senior gesprochen…

D'Agostino – die Karriere von Fabienne Lütkemeier und D'Agostino begann im Jahr 2009. Damals war das Paar bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter in Ermelo am Start und kam mit Mannschafts-Silber, Einzel-Silber und Einzel-Gold nach Hause. Und das, obwohl sich die beiden noch nicht mal ein Jahr kannten. 2010 legten sie noch eine Schippe drauf: dreimal Gold bei der EM der Jungen Reiter in Kronberg! D'Agostino war zehnjährig und startete dann in seine Grand Prix-Sportkarriere. „Normalerweise beginnen wir etwa sechsjährig spielerisch mit Piaffe und Passage“, erklärt Fabienne Lütkemeier, „aber während der Junge Reiter-Zeit wäre das eher hinderlich gewesen.“ Acht Monate nach dem Total-Erfolg in Kronberg, im März 2011, ging der De Niro-Sohn bei seinem ersten internationalen Grand Prix in Vidauban an den Start und wurde Zweiter mit über 70 Prozent. 2012 folgte die Berufung in den Bundeskader, in den B-Kader. Das Paar trumpfte weiter auf und reiste bereits im Sommer 2012 als Ersatzpaar zu den Olympischen Spielen nach London. Seit fünfeinhalb Jahren gehört D'Agostino mit Fabienne Lütkemeier nun beständig zu den besten Paaren in Deutschland, ist konstantes Mitglied im A-Kader, gehörte bei Europameisterschaften und Weltreiterspielen zum siegreichen deutschen Team und war Weltcup-Finalist. 2017 zeigt er sich mit 17 Jahren weiterhin in konstanter Top-Form – fast scheint es, als ob er immer besser würde.


Wie hält man ein Pferd so lange so konstant fit und so voll motiviert?


Fabienne Lütkemeier: „Abwechslungsreiche Arbeit und viel Bewegung sind sicher mit das Wichtigste. Daggi kommt jeden Tag zwei- oder dreimal raus, wird zweimal geritten – einmal wird er gearbeitet und einmal geht er auf der Rennbahn oder im Gelände spazieren. Er will auf jeden fall jeden tag nach draußen. Das dritte Mal wird er geführt oder 'chilled' auf seinem Paddock. Auch wenn es wirklich kalt ist, muss er unbedingt nach draußen. Dann kommt eine zweite Decke drauf und ich ziehe eine Jacke mehr an. Nur wenn der Boden knallhart gefroren ist, dann verkneifen wir uns das Rausgehen, dann ist mir die Verletzungsgefahr doch zu groß.
Ganz wichtig ist neben der Abwechslung auch die Gymnastik, das tägliche Gymnastizieren eines Pferdes. Mindestens alle zwei Wochen kommt der Physiotherapeut für Daggi. Es gibt viele Pferde-Physiotherapeuten, aber es muss ein wirklich guter sein, damit das Sinn macht. Mit Theo Bongartz haben wir einen wirklich guten und so ist die Behandlung alle zwei Wochen definitiv eine Wohltat fürs Pferd und ganz sicher verletzungsvorbeugend. Jeden Tag hat Daggi außerdem seine Einheit unter der Magnetfeld-Decke und im Winter nach dem Reiten natürlich eine Sonneneinheit im Solarium – das genießt er. Insgesamt muss das ganze Konzept sehr individuell auf das Pferd abgestimmt sein. Das hier ist das ideale 'Daggi-Konzept', so fühlt er sich am wohlsten. Bei jedem Pferd muss man aber individuell erfassen, erfühlen, hinein hören, was es braucht, um sich pudelwohl zu fühlen. Das kann von Pferd zu Pferd absolut variieren.
Wichtig ist natürlich auch die passende Fütterung, ein gutes Müsli und ich bin der Meinung, dass Hafer für Pferde im hohen Leistungsbereich sehr wichtig ist. Ich denke, das alles zusammen – und eine unendliche Anzahl von Streichel- und Schmuseeinheiten natürlich – sorgen für Daggis Fitness und seinen unbedingten Spaß am Sport. Klar ist aber auch: Die Einstellung, den Spaß muss ein Pferd im Blut haben, sonst kann das nicht klappen.