Ein Rausch mit Momenten des Innehaltens…

Der Rausch begann direkt im Januar, als Dorothee Schneider mit ihrem Louisdor-Finalsieger Sammy Davis jr. den allerersten Special ritt und mit 77,627 Prozent gewann! Im Februar sorgte die kleine dressursport-deutschland.de-Geschichte über die sonntäglichen Fahrradtouren von Imperio für einen riesigen Rausch der Begeisterung. Und: Helen Langehanenberg meldete sich zurück im A-Kader, darauf hatten viele ihrer Fans gewartet. Cosmo trat erstmals seit den Olympischen Spielen in Rio im März wieder auf einem Turnier auf – und siegte mit 78,94 Prozent im Grand Prix. Unée und D'Agostino konnten nicht beim Weltcup-Finale in Omaha an den Start, 'Weihe' vertrat allein die deutschen Farben. Isabell Werth gewann ihr viertes Weltcup-Finale, das erste Mal mit über 90 Prozent. "Weihe wusste: Heute ist ihr Tag!" Bei Horses and Dreams im Mai sammelten deutsche Spitzendressurreiter 20.000 Euro für die Welthungerhilfe. Viele von ihnen sind sozial engagiert, aber im Team ist es noch effektiver. Eine Grande Dame des Pferdesports Madeleine Winter-Schulze wurde von der FN mit dem Reiterkreuz in Gold mit Brillanten ausgezeichnet. Mehr geht nicht und keine hat es mehr verdient. Der Hammer im Juni: Isabell Werth rückte mit drei Pferden in die Top Ten der Welt auf. Obendrauf sicherte sie sich mit Emilio bei der Deutschen Meisterschaft in Balve noch ihre Titel Nummer 13 und 14. Chefirchterin Katrina Wüst schwärmte von der DM insgesamt als "Sternstunde der Dressurreiterei". Im August kam der Sohn von Jessica von Bredow-Werndl zur Welt – vier Wochen später ging sie wieder an den Start und schien besser denn je zu sein. "Ich bin abgefahren glücklich", jubelte Bundestrainerin Monica Theodorescu nach den EM-Tagen in Göteborg. Das Team hatte mega-souverän gesiegt. Weihegold tanzte in Perfektion zu dreimal Gold, Cosmo knackte erstmals die 90 Prozent und Sönke R. sorgte für den EM-Schmunzler 2017: "Zusammen sind wir so alt wie Isabell" und meinte sich und die Bronzesiegerin Cathrine Dufour. Die U25-Reiter verteidigten ihr EM-Gold. In Stuttgart wurde kein Otto-Lörke-Preis vergeben – ups? Kein Grund nervös zu werden: Deutschland hat viele gute, sehr gute Nachwuchspferde wie die Finals des Burg-Pokals und des Louisdor-Preises zeigten! Isabell Werth wurde bei der FEI als 'Best Athlete' ausgezeichnet – von Jury und Publikum. Im Dezember ging Showtime das erste Mal seit Rio wieder an den Start und siegte mit Knalleffekt: Über 80 Prozent im Grand Prix. Die Festhalle, für viele Reiter und viele Fans das letzte Turnier des Jahres, das Weihnachtsturnier. Toller Sport. Superfitte Senioren wie D'Agostino, die zeigten: Guter Sport hält Pferde gesund, fit und motiviert. Und ein sehr engagiertes Publikum mit Pfiffen und Jubel. Ein wunderbares Dressurfest – mit Springen im Rahmenprogramm :-) – zum Abschluss des Jahres.

Es gab natürlich auch Momente, die in diesem Rausch innehalten ließen. Als beispielsweise im April der Louisdor-Zweite Sam's Ass von Isabel Freese an einem Aorta-Abriss starb. Im selben Monat verlor Hubertus Schmidt seinen 'sanften Riesen' Sammy Deluxe. Momente, die vieles relativieren. Bei der FEI-Generalversammlung wurde HiLo zunächst 'abgeschmettert' – das ist gut – aber 'als Bauernopfer', so wird gemunkelt, wurden die Fußnoten gestrichen. Frei nach dem FEI-Motto: "Hauptsache wir ändern, was ist egal." Im Dezember griff die DOSB-Umstrukturierung. Die deutschen Kader schrumpften zusammen, viele stehen plötzlich ohne Kader da. Werden demnächst kaderlose Reiter die Nationenpreise für Deutschland bestreiten?

Und natürlich bleiben trotzdem Wünsche für 2018 offen. Der Wunsch Desperados wieder zu sehen und vielleicht auch Bella Rose? Der Wunsch auf Wiederholung des hyperspannendes Duells zwischen Cosmo und Weihegold. Der Wunsch auf ein so engagiertes Publikum wie in Frankfurt. Und vor allen Dingen der Wunsch nach weiterhin vielen wunderbaren Dressurmomenten.

Dieser Rausch pickt nur einige Momente 2017 heraus, erhebt überhaupt keinen Anspruch auf Vollständigkeit irgendeiner Art. Jeder mag seinen eigenen Rausch, seinen eigenen Momente erlebt haben. Aber in einem Punkt dürften wir alle derselben Meinung sein: Egal wie, aber mit Pferden erlebt man immer wieder seinen eigenen Rausch – herrlich und wunderbar, manchmal auch anstrengend und vielleicht sogar deprimierend, aber alles in allem unverzichtbar!

dressursport-deutschland.de wünscht allen Rauschliebhabern schöne Weihnachtstage mit Ruhe, Muße und den Pferden,

Ihr dressursport-deutschland.de-Team

 

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Frohe Weihnachten