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Doppelführung für deutsche Damen in Amsterdam

Am Ende der Diagonalen nahm Isabell Werth kurz die Zügel in eine Hand und machte mit der anderen eine winzige Geste, fast so, als ob sie sich bei ihrer Stute und dem Publikum entschuldigen möchte – mit breitem Grinsen und erstauntem Kopfschütteln. Bei den Einerwechseln hatte sie nicht die optimale Kommunikation mit Weihegold. Zu Beginn der Wechseltour kamen die beiden nicht so recht in den Rhythmus, am Ende gab es noch einmal etwas Durcheinander. Und sonst: War das eine sichere, noch nicht ganz ausgereizte, reife und ausgewogene Vorstellung des Paares mit etlichen Highlöights – wie immer – in der Pi-Pa-Tour. Sieg im Grand Prix von Amsterdam mit 80,217 Prozent. Und das in Einigkeit aller Richter, wobei in diesem Jahr kein deutsches Jurymitglied in Amsterdam vertreten ist.
Platz zwei: Mit 76,939 Prozent an Damsey FRH und Helen Langehanenberg. In der Passage nach der Schritt-Tour kam kurzzeitig etwas Spannung auf, da fußte der Hengst nicht mehr ganz gleichmäßig durch, aber insgesamt waren die Piaffen und Passage sehr aktiv und diagonal abfußend. Der Schritt bei Damsey ist immer wieder wunderbar – so groß und riesig durch den Körper schreitend.
Jessica von Bredow-Werndl und Unée landeten heute mit 74,196 Prozent auf Platz fünf. Ein Highlight der Beiden: die Trabtraversalen – wunderbar flüssig, leichtfüßig und sicher. Und erstklassig der Sitz der Reiterin. Von vorne konnte man genau erkennen, dass der innere Bügel deutlich tiefer ausgetreten war, zu jeder Seite, wie im Lehrbuch.
Platz zehn gab es heute für Fabregaz und Fabienne Lütkemeier mit 71,326 Prozent. Der elfjährige Florestano-Sohn fühlte sich eventuell noch nicht ganz sicher in der imposanten Amsterdamer Halle und konnte heute noch nicht ganz das, was er sonst schon gezeigt hat und was in ihm steckt, aufs Parkett bringen.

Die 15 besten Paare gehen morgen in der Weltcup-Kür an den Start, alle deutschen Paare sind dabei. Die Kür beginnt morgen, am Samstag, um 12.30 Uhr.