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Platz eins, drei und fünf für deutsche Reiterinnen beim Weltcup-Turnier in Amsterdam – und ein Pechvogel

Isabell Werth und Weihegold – es macht eigentlich keinen Sinn, immer wieder von der Präzision, der Balance, der Genialität dieses Paares zu schwärmen, aber so war es tatsächlich wieder in Amsterdam. Werth und 'Weihe' lassen schwerste Grand Prix-Lektionen wie ein Kinderspiel aussehen. Sie siegten heute mit 88,54 Prozent – ohne Fehler in den Serienwechsel, die hatten das Paar gestern im Grand Prix ziemlich durcheinander gebracht, sondern mit einer wunderbaren Souveränität. Sechs 10er tauchen im Protokoll des Spitzenpaares auf: in den Pirouetten und bei den Gesamtnoten Harmonie sowie Musik und Interpretation. Aber die eigentliche Genialität des Notenprotokolls ist das Gelichmaß. Lediglich der versammelte Schritt, bewertet zwischen 6 und 8, fällt etwas aus dem Rahmen, sonst ist das Notenbild geprägt von 8ern und 9er. Fast sieben Prozent Abstand zum zweitplatzierten Edward Gal mit Zonik, eine absolut berechtigte Differenz. Schon im vergangenen Jahr hatten Werth und die Ausnahmerappstute in Amsterdam dominiert. Damals sogar mit knapp über 90 Prozent.

Auf Platz drei folgte heute in der Weltcup-Kür Jessica von Bredow-Werndl mit einer harmonischen, eleganten und ebenfalls sehr sicheren Runde. Ihr Ergebnis: 81,195 Prozent. "Das Abreiten mit Unée war heute etwas schwierig", erklärte Bundes-Cotrainer Jonny Hilberath. "Er war etwas aufgebracht durch die anderen Hengste, aber insgesamt ist er einfach toll in Form. Frischer denn je."Wenn wir schon vom Gleichmaß sprachen: Diesbezüglich setzt Unée fast noch eins drauf. Keine Note unter 7,0, aber leider auch keine 10 dabei.

Einen Riesensatz nach vorne machte heute in der Kür der elfjährige Fabregaz mit Fabienne Lütkemeier. Gestern im Grand Prix sei sie nicht so happy gewesen, berichtete die Mannschafts-Weltmeisterin, heute dafür umso mehr. Mit 79,79 Prozent platzierten sich die beiden auf Platz fünf. Herausragend schwer war die Kür des Elfjährigen. Für den Schwierigkeitsgrad erhielten Lütkemeier und Fabregaz insgesamt von den fünf Richtern 48,7 Punkte. Zum Vergleich: Der Schwierigkeitsgrad bei Weihegold wurde mit 48,1 bewertet, der von Unée mit 46,6. Fabregaz hatte definitiv den höchsten Schwierigkeitsgrad aus dem gesamten Weltcup-Starterfeld in Amsterdam!

Riesenpech hatte heute Helen Langehanenberg. Damsey bekam während der Prüfung die Zunge über das Gebiss, es machte keinen Sinn für das Paar, die Prüfung fortzusetzen. Langehanenberg musste die Prüfung abbrechen.