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Nachschlag Grand Prix in Balve

Drei Kilogramm Himbeer-Gummibärchen – das ist das 'Geheimrezept' von Sönke Rothenberger. Weil er nur bestimmte Sorten mag, hat er sich sortenreine Gummibärchen-Vorräte zugelegt. Seine Lieblingssorte, Himbeer, durfte im Drei-Kilo-Pack mit zur Deutschen Meisterschaft fahren.
Im Ernst: Cosmo-Weihegold, Weihegold-Cosmo – so unterschiedlich die Pferde in ihrer Art sind, beide waren heute einfach richtig gut!

Und so kommentierten die Reiter ihre Ritte:


Sönke Rothenberger zum Sieg auf Cosmo mit der persönlichen Bestleistung im Grand Prix mit 82,82 Prozent: „Ich habe mich sehr gefreut, dass Cosmo sich hier gleich am ersten Tag so zeigen konnte. Die Pause im Winter hat ihm gut getan, seine Batterien sind wieder aufgeladen. Die Sommersaison wird noch lang genug, im Winter haben wir dann eher trainiert als aufs Turnier zu fahren. Insgesamt hatte ich ein gutes Gefühl. Die Höhepunkte waren eindeutig die Verstärkungen, die Passagen und Pirouetten. Er hat zwischendurch auch wieder zur Kamera hingeschaut, es gibt also noch etwas zu verbessern. Das Ziel für morgen ist, wieder so eine Runde zu schaffen.“ Nach Hagen, als sich Cosmo in der ersten Prüfung doch etwas zu 'frisch' gezeigt hatte, waren Stimmen laut geworden, dass er vielleicht doch mehr Turniere brauche. (Sonst wird meist bemängelt, dass Pferde zu viele Turniere gehen :-) – Bemerkung der Redaktion). Insofern war der Druck heute vielleicht sogar größer als gedacht, aber Sönke hat das sehr gut gemeistert. Etliche 9er prägten das Notenbild von Cosmo heute, 10er gab es für die Piaff-Passage-Übergänge, die Links-Pirouette, den starken Trab und für die erste Passage auf der Schlusslinie zückten die Richter gleich viermal die 10!


Isabell Werth zum Ein-Zehntel-dahinter-Platz-zwei auf Weihegold mit 82,72 Prozent: „Der Anlauf mit Weihegold war kurz. Nach dem Weltcup-Finale in Paris ist sie zweimal gespült worden für den Embryotransfer. Der gesamte Vorgang einer solchen Spülung dauert schon 10 bis 12 Tage. In dieser Zeit wurde die Stute wirklich nur ganz leicht bewegt. Das bedeutet, dass der Mai trainingsmäßig praktisch weg fiel. So blieben uns nur knapp zwei Wochen für die Vorbereitung zur Deutschen Meisterschaft. Es ist sensationell wie das Pferd das vom Kopf her wegsteckt und wie schnell sie wieder auf Wettkampfmodus umschaltet. Gerade unter diesen Aspekten bin ich sehr zufrieden mit ihr. Natürlich gab es ein paar Kleinigkeiten, die noch zu verbessern sind, und es fehlte noch die Durchlässigkeit nach der langen Pause. Trotzdem waren super Sachen dabei, die Piaff-Passage-Tour war super.“ Auch dieses Paar sammelte 10er in der Passage und für die Übergänge Piaff-Passage. Ursprünglich wollte Werth mit Weihegold nur im Grand Prix an den Start gehen. „Aber nach Emilios Ausfall werden wir auch im Special starten. Das ist gar nicht so schlecht, wenn sie die Linien noch mal in Erinnerung ruft vor Aachen“, erklärt Werth. „Den letzten Special ist sie bei der EM im vergangenen Jahr in Göteborg gegangen.“ In der Kür werden Werth und Weihegold aber sicher nicht antreten. „Drei Prüfungen nach der kurzen Anlaufzeit, das wäre dem Pferd gegenüber nicht fair“, betont Werth. „Zumal sich die Stute im Weltcup in der Kür genug bewiesen hat.“ Kurzzeitig habe sie nach dem Ausfall von Emilio daran gedacht, Don Johnson mit nach Aachen zu bringen. „Aber Johnny hatte ich gar nicht auf Balve hingearbeitet. Ich habe ihn dann spontan zu Hause geritten und er war so gar nicht 'müde und schlecht drauf'“, erzählt sie mit einem breiten Grinsen, so dass jeder, der 'Johnny' je in action gesehen hat, weiß, wie munter er sich wohl präsentiert hat. Keine gute Form für eine DM :-)) Das Motto für den Special morgen formuliert Werth in der für sie so typischen trockenen Art: „Alle kochen nur mit Wasser, mal sehen, wer morgen am besten kocht.“   


Jessica von Bredow-Werndl zu Platz drei auf TSF Dalera BB mit 78,360 Prozent – auch das war eine persönliche Bestleistung! „Es hat mir heute unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe zwei geniale Pferde, auf die ich setzen kann. Mit Dalera war es heute erschreckend einfach, obwohl sie erst ungefähr 20 Turniere im Leben gegangen ist und hier erst ihren fünften Grand Prix bestritten hat. Mit Zaire war ich heute noch etwas vorsichtig, aber sie ist ein sehr lektionssicheres Pferd.“ Mit Zaire war Jessica von Bredow-Werndl auf Platz fünf gelandet, ihr Ergebnis: 75,860 Prozent. „Zaire hat zwar auch mal ein bisschen nach links und rechts geschaut, aber ich kann mich trotzdem auf sie verlassen. Dalera reite ich jetzt seit fast drei Jahren und muss sie jedes Turnier anders reiten und vorbereiten, weil sie sich so schnell weiterentwickelt. Ich muss meine Hilfen immer mehr zurücknehmen, weil Dalera immer feiner zu reiten ist. Auch ihr Körper entwickelt sich schnell und sie ist sehr abgezockt für ihr Alter. Im Special werde ich beide Pferde reiten und in der Kür werde ich mich dann für eine entscheiden.“ Und mit einem Lächeln ergänzt die einzige, die in diesem Jahr zwei Pferde in der DM an den Start bringt: „Ich bin einfach nur glücklich, hier zwei gesunde Pferde zu haben, und Unée ist ja auch noch da. Wir planen für dieses Jahr seine Verabschiedung aus dem Sport. Es steht aber noch nicht fest, wo das sein wird.“


Dorothee Schneider landete mit ihrem Mannschafts-Europameister Sammy Davis jr. und 77,620 Prozent auf Platz vier. Sie strahlte: „Ich bin sehr sehr happy mit Sammy. Auch wenn er beim Weltcupturnier in Salzburg schon mal 78 Prozent im Grand Prix hatte, ich hatte heute das beste Gefühl je. Die Abstimmung in der Prüfung, die Pirouetten deutlich verbessert und das Gefühl, dass er alles noch besser halten kann – das war der beste Grand Prix, den Sammy bisher gegangen ist!“ Kurz nach dem Grand Prix ging Schneider noch mit ihrem achtjährigen Nachwuchskracher First Romance im Nürnberger Burg-Pokal an den Start – und siegte mit 76,122 Prozent. „Ich habe mit 'Roman' durch den Sieg in Mannheim schon meinen Finalplatz für Frankfurt, aber ich wollte ihm die Gelegenheit geben, noch mal ein bisschen Routine zu sammeln. Wenn es aber morgen um die Finalqualifikation geht, werde ich nicht mehr reiten.“ Dieser Sieg freute besonders Gabriele Kippert. Ihr gehört Showtime, der nicht mit zur DM konnte, so genoss sie diese 'kleine Entschädigung', denn ihr gehört auch First Romance zusammen mit ihrer Schwester Eva-Maria Mann.


Durch die drei fehlenden Kaderpferde Showtime, Desperados und Emilio war das Starterfeld in Balve auf 14 Starter zusammengeschrumpft. „Ich denke, wir haben heute trotzdem tollen Sport gesehen“, kommentierte Cheftrainerin Monica Theodorescu diesen ersten Tag der DM.  „Das war eine gute Standortbestimmung. Ich freue mich sehr, dass Sönke und Cosmo diesmal gleich in der ersten Prüfung sehr gut waren, das zeigt, dass Cosmo mehr Reife bekommen hat und beide insgesamt mehr Erfahrung. Auch mit Weihegold bin ich sehr zufrieden, sie hatte ja jetzt eine längere Zuchtpause. Die Stute kann den Schalter zum Glück schnell wieder umlegen und ist im Sport schnell wieder voll da.“ Und zu Daleras Auftritt sagte Theodorescu: „Das war Daleras bisher bester Grand Prix. Sie ist ein gewaltiges Pferd und macht einen sehr guten Eindruck. Sie ist sehr gereift und stabil geworden und hat eine tolle Einstellung.“

 
Der Grand Prix Special, in dem erste Medaillen vergeben werden, beginnt am morgigen Samstag um 10.30 Uhr – ClipMyHorse.TV ist live dabei.