Nachschlag Special

„Cosmo war von Anfang bis Ende voll dabei – ich leider nicht“, gab Sönke Rothenberger mit einem Lächeln zu. Im Grand Prix Special der Deutschen Meisterschaften in Balve hatte er sich verritten. Eine halbe Runde zu früh war er zum Schritt durchpariert, wurde abgeklingelt, trabte erneut an und setzte die Prüfung fort. „Ich bin ja nur froh, dass ich nicht komplett aus der Fassung war und danach konzentriert weiter reiten konnte.“ Das letzte Mal hatte er sich vor zwei Jahren verritten. Das war damals in Jerez, auch im Special, aber anderer Stelle. „Ich hoffe aber, dass es auf jeden Fall für dieses Jahr das letzte Mal war“, grinste er.
Heute hat ihn das Verreiten mit zwei Punkten Abzug pro Richter rund ein halbes Prozent gekostet. Wären wir heute bei einem internationalen Turnier gewesen, wären ihm nach internationalem Reglement zwei Prozent abgezogen worden – oha, das wäre ärgerlich gewesen, denn das hätte ihn die Goldmedaille gekostet.
„Bis zum Verreiten war das heute Cosmos bester Special“, resümierte der neue Deutsche Meister. Ein Blick auf den Notenbogen unterstreicht den Eindruck des Reiters: Es hagelte 9er und gab richtig viele 10er! 14 mal die 10 weist das Protokoll auf – das ist sensationell!
Zum dritten Mal war Sönke Rothenberger mit Cosmo bei der DM am Start, zum ersten Mal sicherte er sich den Titel!
Isabell Werth, die 14-malige Deutsche Meisterin, war heute mit dem Silbertitel sehr zufrieden. „Die gesamte Trabtour war sehr schön“, lobte Werth ihre Partnerin Weihegold OLD. „Nach dem starken Galopp konnte man es 'so oder so auslegen', ob der Wechsel 'geklaut' war oder nicht“, schmunzelte Werth. „Dann der Fehler in den Einerwechseln und trotzdem noch 82,804 Prozent – das ist doch eine schöne Ausgangsposition.“ Auch Werth sammelte 10er mit Weihegold, elf an der Zahl, in Passage, Piaffen und für die Übergänge.
Morgen in der Kür wird Weihegold nicht mehr an den Start gehen – das war schon im Vorfeld bekannt. „Das wäre gegenüber der Stute nicht fair“, erklärt Werth. „Letzte Woche, als Moni (Cheftrainerin Monica Theodorescu) da war, sah sie noch ein bisschen aus wie eine schwangere Auster. Es ist enorm, wie schnell sie wieder in den Sportmodus umgeschaltet und sich auch körperlich wieder 'geformt' hat.“ Wie schon gestern bei dressursport-deutschland berichtet hatte Weihegold vier Wochen 'Zuchtpause', zweimal besamt, zweimal gespült, aber leider, wie Isabell Werth heute berichtete, in diesem Jahr ohne Erfolg. Der erste Embryo ist nicht angewachsen, beim zweiten Mal war kein Embryo da. „Weihe hat schon sieben oder acht Fohlen, aber nächstes Jahr wird es nun leider kein Fohlen geben.“ Zwei Versuche sind mit den Besitzern Arns-Krogmann vereinbart, ab jetzt ist die Stute für diese Saison wieder reines Sportpferd.
„Ich freue mich riesig über meinen Platz auf dem Treppchen!“ Dorothee Schneider war super stolz auf ihren 'Sammy'. „Gestern hat er seinen besten Grand Prix je gezeigt, heute war er beim Abreiten nicht ganz vor mir, hat sich dann aber gut entwickelt. Wir hatten einen Wackler bei der Einleitung der Links-Trabtraversale und in den Zweierwechseln hat er sich geduckt und ein paar Einer eingebaut – das war nicht so gut für die Wertnoten (grinst) – aber insgesamt ist er in toller Verfassung!“