Emilio im Grand Prix der Kür-Tour auf dem Schindlhof vorne, das Ausrufezeichen hinter Isabell Werths Luxusproblem und Doppelsieger First Romance…

Einen Tag vor den Deutschen Meisterschaften habe 'Emilio wohl nachts eine Party gefeiert', blickt Isabell Werth zurück. Am nächsten Tag hatte er ein dickes Bein und blieb statt nach Balve zu fahren zu Hause. Schon drei Tage später war er wieder voll fit und voller Tatendrang, heute, am Samstag, auf dem Schindlhof hat er sich vielleicht in seiner besten Form je gezeigt. Super kraftvoll und elastisch, in den Passagen ausgereifter denn je, etwas aufgeregt noch im versammelten Schritt – „Da habe ich kaum Luft geholt“, gesteht Isabell Werth – und wunderbar gesetzt und ausbalanciert in den Pirouetten. Sein Ergebnis: 79,804 Prozent und der klare Sieg. Knapp an den 80-Prozent vorbei, nicht zuletzt durch den Fehler in den Einerwechseln. Nach dem 13. war erst Schluss, dann haben die beiden noch zwei angehängt. „Da hat der Jockey einmal geschlafen“, scherzte Isabell Werth danach im ClipMyHorse.TV-Interview am Schindlhof. „Alles in allem war es eine supertolle Runde. Emilio hat seine Grundkonstitution noch einmal verbessern können. Die Piaffe- und Passage-Tour ist dadurch noch einmal besser geworden. Da kommt alles mit ordentlich Schub vom Hinterbein.“

Emilio hat heute ein ganz großes Ausrufezeichen hinter das Luxusproblem von Isabell Werth gemacht: Die, die bisher siebenmal WM-Gold gewonnen hat, hat definitiv für die Weltreiterspiele in Tryon die Qual der Wahl zwischen Weihegold und Emilio.
Morgen steht auf dem Schindlhof die Kür an, Werth verspricht eine Kür 'zu einem wunderbaren Klassik-Mix'. „Ich liebe diese Musik und Emilio auch“, freut sich die Grand Prix-Siegerin. 2016 und 2017 hatte sich Isabell Werth schon den Manfred & Hilde Swarovski-Wanderpreis für die erfolgreichste Reiterin des Turniers gesichert. 2018 ist sie auf dem besten Weg diesen Erfolg zu wiederholen. Dann wäre es kein Wanderpreis mehr, nach dreimaligem Sieg darf der Reiter, die Reiterin das gute Stück behalten.
Dorothee Schneider mit Fohlenhof’s Rock’n Rose und Anja Plönzke mit Tannenhof’s Fahrenheit – die beiden Paare belegten im Grand Prix der Kür-Tour die Plätze zwei und drei. 'Rosi' mit 71,935 Prozent, Fahrenheit mit 70,261 Prozent. Beide Pferde reifen im Viereck immer mehr. Rosi strahlt immer mehr Ruhe und Selbstvertrauen aus, Fahrenheit scheint seinen Körper immer besser schließen und kontrollieren zu können.
 
***Am Rande notiert – Das Comeback von Ausnahmestute Bella Rose am Schindlhof-Freitag: Mehr als 550.000 Zugriffe sorgten dafür, dass die Schindlhof-Homepage über mehrere Stunden ausfiel.


Doppelsieg für First Romance in St. Georg und Inter I
Es war die erste Inter I seines Lebens und er hat sie mit Bravour gemeistert: der achtjährige Württemberger First Romance v. Fürst Romancier hat die Inter I auf dem Schindlhof mit 71,559 Prozent gewonnen. Schon gestern im St. Georg hatte das Paar First Romance und Dorothee Schneider dominiert.
„Es fühlt sich wirklich sensationell an. Das Pferd arbeitet einfach mit dem Sprunggelenk unter den Körper, das geht durch den Körper ins Maul, so wie es sein soll. Er nimmt einen mit und ich genieße es, mitgenommen zu werden. Das ist schon ein tolles Gefühl“, strahlt Schneider, die den ausdrucksvollen Braunen seit dreieinhalb Jahren im Stall und unter dem Sattel hat.
'Roman', so sein Stallname, hat wenig Turniererfahrung, hatte sich siebenjährig nahezu ein Jahr Turnierpause 'genommen' durch eine Verletzung, ist dadurch noch etwas umweltorientiert, aber die „Grundqualität, die dieses Pferd hat, ist einfach sensationell!“, freut sich Schneider. Diese Saison möchte sie nutzen, um den vielversprechenden Nachwuchs im Besitz der Schwestern Gabriele Kippert und Eva-Maria Mann in der Kleinen Tour zu stabilisieren. Für das Jahreshighlight steht klar das Finale des Nürnberger Burg-Pokals auf dem Programm, das Ticket dafür haben sich die beiden bereits im Mai in Mannheim gesichert.