Der etwas andere Blick auf Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider – im Interview mit Laura Strobel…

Laura Strobel ist seit Beginn 2013 im Stall von Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider in Framersheim tätig. Anfang August ritt sie sechsjährigen Vitalis-Sohn Villeneuve bei der WM der jungen Dressurpferde zum Vizetitel. Ein starker Auftritt, geprägt von der Handschrift ihrer Ausbilderin und Chefin. Ein Blick auf Dorothee Schneider durch die Augen von Laura Strobel im Kurz-Interview…

dressursport-deutschland.de: Mit Villeneuve zum WM-Vize-Titel – das war ein Riesenerfolg für das Pferd, für Sie, aber natürlich auch für Ihre Ausbilderin, Trainerin und Chefin Dorothee Schneider. Welchen letzten Tipp hat sie Ihnen vor dem Einritt ins WM-Viereck gegeben?
Laura Strobel: 'Freu Dich auf den Ritt, hab' Spaß und bleib locker!' Das ist etwas, was Doro mir immer vermittelt. Sie hat in all den Jahren noch nie gesagt, dass ich Vollgas geben oder alles rausreiten soll. Das Ziel ist immer eine fehlerfreie harmonische Runde.

dressursport-deutschland.de: Sie sind seit fast sechs Jahren im Stall von Dorothee Schneider, erst als Auszubildende, dann als Bereiterin. Welche Philosophie für die Ausbildung von Pferden hat Ihnen Ihre Chefin in erster Linie vermittelt?
Laura Strobel: Dass man jedes Pferd so nehmen sollte, wie es ist. Man kann nicht aus jedem einen Weltmeister machen. Aber viele Pferde überraschen einen, wenn man sie ohne Druck mit guter Grundlagenarbeit ausbildet, sie körperlich und geistig fördert und stabilisiert. Dann entwickeln sie manchmal Fähigkeiten, die man vorher nicht vermutet hätte. Oder wenn ich an Villeneuve denke: Vierjährig war er noch grün und groß, nicht so ein Strahlemann wie jetzt… Nach dem Bundeschampionat im vergangenen Jahr haben mich viele Leute gefragt, was das Ziel mit Villeneuve für dieses Jahr werden wird. Aber ich habe von Doro gelernt, nicht verkrampft auf Ziele hinzuarbeiten, sondern einfach gespannt auf das zu sein, was kommt.

dressursport-deutschland.de: Wie sieht die tägliche Zusammenarbeit beim Reiten bei Ihnen beiden aus?
Laura Strobel: Vor wichtigen Turnieren, wie jetzt vor der WM, reiten wir ein, zweimal zusammen die Aufgabe durch – dann steht Doro unten und guckt und gibt mir Tipps. Aber in der Regel reiten wir zusammen und Doro sagt mir immer wieder zwischendurch ein paar Sätze. Diese kleinen stetigen Hilfen jeden Tag sind, denke ich, noch viel wertvoller als einmal die Woche eine halbe Stunde Unterricht am Stück. Und ich gucke ihr immer zu, wenn sie reitet. Jeden Tag, wenn ich Schritt reite, immer.

dressursport-deutschland.de: Welchen Satz haben Sie in den vergangenen Jahren am häufigsten von Doro Schneider gehört?
Laura Strobel: (lacht) 'Innerer Schenkel, äußerer Zügel' – das ist definitiv der häufigste Satz :-)

dressursport-deutschland.de: Dorothee Schneider – Ihr Vorbild?
Laura Strobel: Doro ist nicht nur Vorbild für mich, sie ist eine Mentorin für mich in jeder Art – reiterlich, menschlich, im Umgang mit Kunden, in sämtlichen Situationen. Sie gibt mir sehr viel Halt und ich schaue mir sehr viel von ihr ab.