„Und ab morgen wird mir Ginko verschrieben…“

Isabell Werth und Bella Rose siegen im Grand Prix in Cappeln mit 79,50 Prozent – trotz Verreitens.
„Die Stute war einfach wunderbar!“ Isabell Werths Stimme wird etwas dunkler, sie spricht etwas langsamer als sonst, noch bewusster und bekommt diesen fast verklärten Blick. Das ist oft so, wenn sie von Bella Rose spricht. Und dann erzählt sie von der Prüfung heute in Cappeln: „Bella war noch geschlossener als in Aachen, hat sich noch mehr getragen und als ich dann auf die Mittellinie abgewendet habe, war sie so auf dem Hinterbein und ich so im Pirouetten-Modus – da ist es passiert.“ Statt der Zick-Zack-Traversale hat Werth kurzerhand schon zur Mittellinie mit den Pirouetten 'vorgespult'. Verritten! Das bedeutet international zwei Prozentpunkte Abzug. Sonst wäre das Paar lässig über der 80-Prozentmarke gelandet. Die Zick-Zack sei zwar ohne Fehler, aber nicht ganz optimal gewesen, gesteht Werth. „Vielleicht lag das auch daran, dass ich mich noch über mich selbst geärgert habe wegen des Verreitens.“ Nach 13 Einerwechseln unterlief dem Paar zudem ein Wechselfehler. Fast 80 Prozent mit der Perspektive für deutlich Mehr – Bella Rose hat noch mal ein dickes Ausrufungszeichen hinter ihre Tryon-Bewerbung gesetzt. Isabell Werth möchte darüber ungern sprechen und winkt ab: „Das ist nicht meine Entscheidung. Das muss der Dressur-Ausschuss entscheiden.“ Apropos Dressur-Ausschuss, lacht Werth: „Wahrscheinlich werden sie mir ab morgen Ginko verschreiben – gegen die Vergesslichkeit im Viereck.“ Vergessen der kurze Ärger wegen des Verreitens. Die Freude über ihre Stute überwiegt längst!


Morgen, am Samstagnachmittag, steht für das Paar ab 15.00 Uhr die Kür in Cappeln auf dem Programm.