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Dressursport wird nie Massensport, aber vielleicht kann seine Fangemeinde doch noch wachsen?

Es ist mal wieder so weit: Nach dem Versuch, den Grand Prix Special in der Olympiasaison 2012 zu kürzen, der kläglich gescheitert ist, soll nun der Grand Prix gestutzt werden. Bei dem Weltcup-Turnier, der London International Horse Show, soll im Dezember erstmals dieser verkürzte Grand Prix geritten werden – am Montag, den 17. Dezember. Statt der bisher 33 Lektionen hat der Neue nur noch 30 Lektionen. Statt bisher etwa 5,45 Minuten soll der Neue nur glatt 5 Minuten dauern. Mal ganz ehrlich: Wegen drei Lektionen und ein paar Sekunden weniger wird kein Zuschauer mehr in die Halle kommen oder begeisterter sein oder oder.

Interessanter sind die anderen Veränderungen, die in London getestet werden sollen. Jeder Grand Prix soll mit Musik, von einem professionellen Musiker ausgesucht, untermalt werden. Sehr individuell, um die Persönlichkeit eines jeden Paares zu untermalen. Das wird spannend.
Außerdem bleibt jeder Reiter nach seinem Ritt in der Halle, bis die Noten der Richter bekannt gegeben worden sind. So kann das Publikum die spontane Reaktion des Reiters verfolgen. Vielleicht hier und da ein sehr emotionaler Moment.
Auch die Zuschauernoten, Spectator Judging, werden nach jedem Ritt verkündet und mit denen der Richter verglichen. Das hatten wir schon auf einigen Turnieren. Erfahrungsgemäß liegen die Zuschauer meist sehr nah am Ergebnis der Reiter.
Und jeder Reiter soll nach seinem Ritt die Gelegenheit bekommen, in einem kurzen Interview seinen Ritt Revue passieren zu lassen. Auch das kennen wir in Deutschland schon – vom Louisdor-Preis.
Zwei Jahre lang soll diese neue Art des Grand Prix getestet werden, mit der Absicht eine breitere Masse für den Dressursport zu begeistern.
Der Londoner Turnierchef Simon Brooks-Ward erklärt: „Wir wollen den Grand Prix-Abend genauso bedeutungsvoll und aufregend werden lassen, wie die Weltcup-Kür.“
Ein ehrgeiziges Ziel, dass wir gespannt verfolgen werden.

Im Prinzip gilt: Der Dressursport wird nie ein Massensport werden. Aber wenn man durch diese Art der Präsentation des Grand Prix noch ein paar mehr Leuten zeigen könnte, wie fein, wie wunderbar dieser Sport ist, wäre es auf jeden Fall ein schöner Erfolg.

Quelle: Olympiahorseshow.com, dressage-news.com