Jil Becks ist zur Zeit das Maß der Dinge in Deutschlands U25-Dressurszene…

 

In Mannheim hat sie bereits die erste Station des Piaff-Förderpreises dominiert, in Wiesbaden legte die U25-Doppel-Europameisterin von 2018 Sieg Nummer zwei nach. Mit der zwölfjährigen Damon Hill-Tochter Damon's Delorange erhielt die 21-Jährige 75,558 Prozent im Preis der Liselott-Schindling-Stiftung, der Wertungsprüfung für den Piaff-Förderpreis. „Für Delorange war das heute hier in Wiesbaden eine echte Aufgabe“, betont die Siegerin. „Es waren ziemlich viele Mücken unterwegs, da ist sie sehr sensibel. Und es waren sehr viele Leute am Dressurviereck. Das stresst die Stute noch. Das sieht man nach außen nicht, aber ich spüre das innerlich.“ Dennoch habe die Stute ihr sehr gut zugehört und sich mächtig angestrengt.“ Zufrieden war auch Trainer Klaus Balkenhol: „Gut gemacht“, sprach er und lobte Jil und die Stute. „Jil ist eine so auf das reiten konzentrierte und fokussierte junge Dame, das habe ich selten erlebt“, fügt Balkenhol hinzu. „Sie macht das sehr sehr gut. Delorange war heute etwas müde, aber das Paar hat für mich sehr viel Perspektive.“
Platz zwei ging heute an eine Schülerin und zugleich Mitarbeiterin von Isabell Werth, Hannah Erbe. Im Sattel ihres goldenen EM-Partners Carlos erhielt sie 74,093 Prozent. Chefrichterin Elisabeth Max-Theurer aus Österreich hat das Paar sogar an der Spitze des Feldes gesehen. Nicht zuletzt zeichnete die Chefrichterin Erbe durch eine 9 für Sitz und Einwirkung aus.
Auch U25-Bundestrainer Sebastian Heinze freute sich über die Leistungen seiner Schützlinge: „Das war insgesamt ein sehr gutes Ergebnis hier in Wiesbaden mit sechs Reitern, die über 70 Prozent erreicht haben.“ Und noch eine weitere Erkenntnis nimmt er mit: „Bei einigen Reiterinnen haben wir heute gesehen, dass sie auch in der Lage sind mit anderen, weniger erfahrenen Pferden einen guten Grand Prix zu reiten. Das ist, was wir sehen wollen, denn das müssen sie auch im Top-Sport können.“

Wie geht’s weiter…?
In zwei Wochen ist die zweite EM-Sichtung für die U25-Reiter in Riesenbeck. Ein Termin, dem Jil mit leichtem Magengrummeln entgegenblickt. „In Riesenbeck muss ich das erste Mal Satelite und Delorange gegeneinander starten lassen. Das will ich eigentlich gar nicht, aber für die EM hätte ich gerne zwei Eisen im Feuer.“ Beide Pferde seien sehr unterschiedlich, beide seien wahnsinnig tolle Pferde. „Ich denke, es hängt von der Tagesform ab, wer da vor dem anderen liegt. Aber ich möchte nicht, dass es heißt, der eine oder andere ist der Bessere. Sie sind anders, aber beide toll.“