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Kaderreiter Frederic Wandres steuerte Zucchero OLD bei den Sechsjährogen an die Spitze


Die deutsche Pferdezucht stellt mit dem Oldenburger Hengst Zucchero OLD und seinem Reiter Frederic Wandres (Hagen a.T.W.) den neuen Weltmeister der sechsjährigen Dressurpferde.

„Wir haben 15 Pferde gesehen und es hätte von der Dramaturgie her kaum besser laufen können, als dass wir gerade dieses Pferd als Letztes erlebt haben“, sagte Christoph Hess nach der Vorstellung von Zucchero OLD, der im vergangenen Jahr bereits das Bundeschampionat gewonnen hatte. Ausgestattet mit ausgezeichneten Grundgangarten überzeugte der braune Hengst (v. Zonik – Prince Thatch xx) in allen Lektionen. „Zucchero OLD war das kompletteste Pferd, das am perfektestem dem entsprach, was wir als Richter in dieser Prüfung sehen wollen, sei es in den Seitengängen oder Fliegenden Wechseln“, so Hess. Für Trab, Galopp und Durchlässigkeit vergaben die Richter je eine 9,7, lediglich im Schritt gab es winzige Abzüge für eine leichte Spannung, die der Reiter allerdings schnell wieder korrigieren konnte (9,4). Zusammen mit der Note für die Perspektive (9,8) ergaben sich daraus 9,66 Punkte, die den Sieg bedeuteten.

„Als Berufsreiter hat man es ja mit verschiedenen Pferden zu tun, aber Zucchero ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe ihn seit dreijährig, es macht jeden Tag Spaß ihn zu reiten und es hat noch nie Probleme gegeben. Er ist so etwas wie mein Herzenspferd und ich bin sicher, dass sein Weg hier noch nicht zu Ende ist, sondern auch bis zum Grand Prix weitergehen wird“, sagte Wandres, der sich damit in diesem Jahr nach seinem Sieg beim Berufsreiterchampionat und im Deutschen Dressur-Derby in Hamburg einen weiteren herausragenden Titel sicherte. „Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Pferd reiten kann“, sagte der Reiter in Richtung der Besitzer des Hengstes, der Star Horse aus Asien. Dass diese Partnerschaft noch länger andauert, wünschen sich auch die Züchter von Zucchero OLD. „Er ist unser erstes Pferd, dass bei den Weltmeisterschaften an den Start geht. Er war schon das letzte Jahr dabei und dass er nun gewonnen hat, ist gewaltig, einfach überwältigend“, sagte Hannes Brüning (Süstedt), der Sohn von Zuccheros Züchter Hans-Heinrich Brüning. „Es ist ja immer auch entscheidend, in welche Hände ein Pferd kommt. Wir verkaufen unsere Pferde ja meist als Fohlen oder Drei- und Vierjährige. Wenn das so passt, wie jetzt hier, ist das natürlich toll und wir können natürlich nur hoffen, dass die beiden noch lange zusammenbleiben.“

Auch wenn Frederic Wandres auf die öffentliche Frage von Christoph Hess, ob das der Sieg gewesen sei, ganz optimistisch mit dem Daumen nach oben gezeigt hatte: Ganz sicher war er sich direkt nach seinem Ritt nicht, wie er später gestand. Zu eng lag das Feld der Finalisten beieinander. Insbesondere Vorjahressieger Revolution (v. Rocky Lee – Rouletto) hatte die Messlatte hoch gelegt. „Ein Pferd mit unglaublich guten Gangarten“, sagte Christoph Hess. Ein kleines „Aber“ gab es allerdings bei den Fliegenden Wechseln und damit in der Bewertung der Durchlässigkeit (8,8), was trotz einer glatten 10 für den Trab den erneuten Sieg verhinderte. Mit 9,44 Punkten beendete der Hengst aus der Zucht von Yasemin Yanik (Essen) die WM auf dem Silberrang.

Revolutions Reiter Andreas Helgstrand sicherte sich auch bei den Sechsjährigen eine zweite Medaille. Mit einem Endstand von 9,34 beendete er mit dem dänischen Hengst Zhaplin Langholt (v. Zonik – Stedinger) das WM-Finale mit hauchdünnem Vorsprung vor Destacado FRH (v. Desperados FRH – Londonderry) auf Platz drei. Der Hannoveraner Fuchshengst aus dem Besitz des Gestüts Schafhof und Friederike Lohse war im Vorjahr noch Vizeweltmeister, nun wurde er mit 9,32 Punkten knapp Vierter. „Ein Wow-Pferd mit der Wow-Note 10 für den Schritt“, sagte Christoph Hess. Vorgestellt wurde der Fuchshengst aus der Zucht von Heinrich Gießelmann aus Barver wie schon im Vorjahr von Matthias-Alexander Rath.

Insgesamt konnten sechs deutsche Pferde ins Finale einziehen, darunter fünf aus dem deutschen Kontingent.

Quelle: fn-press