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Im Gespräch mit der Pflegerin von Bella Rose und Weihegold OLD – Steffi Wiegard

dressursport-deutschland.de: Weihegold und Bella Rose – zwei Ausnahmepferde, wenn auch total unterschiedlich, beide dreimalige 'Europameister auf einen Streich' und beide obliegen Deiner Obhut. Wie ist die Betreuung der beiden bei einem Championat vor Ort – genau gleich oder doch eher unterschiedlich?
Steffi Wiegard: Oh nein, da gibt es schon Unterschiede. Weihe ist glücklich,wenn sie etwas zu fressen hat. Bei ihr muss man einerseits aufpassen, dass die Fresspausen nicht zu lange sind – das mag sie gar nicht. Auf der anderen Seite darf sie natürlich nicht zu viel zu fressen bekommen. Bella hat nicht immer so riesigen Appetit. Bella kommt noch mehr raus, geht noch häufiger zum Spazieren oder Grasen, Weihe hat auch ganz gerne mal ihre Ruhe.

dressursport-deutschland.de: Wie sind die beiden bei der Fahrt zu Turnieren und bei der Eingewöhnung an die neuen Boxen?
Steffi Wiegard: Auf der Fahrt sind beide sehr unkompliziert – zumal sie jetzt mit Musik reisen. Das habe ich tatsächlich beobachtet: Wenn ich alleine mit einer der beiden Stute fahre, dann stelle ich sie in die breiten Ständer und lasse die Relax-Musik für Tiere laufen. Dann sind sie noch entspannter auf der Fahrt. Wenn sie zu zweit oder mehr fahren, stelle ich die Ständer enger und die Musik bleibt aus, dann 'unterhalten' sie sich gegenseitig :-) Bei der Ankunft auf den Turnieren sind sich auch beide sehr ähnlich. Beide möchten unbedingt Boxennachbarn haben, das schon, aber die sollen nicht zu nah kommen, sondern die nötige Distanz wahren. Das sind eben richtige Ladies.

dressursport-deutschland.de: Dann gibt es da ja noch Stichworte wie einflechten, abspritzen etc…
Steffi Wiegard: Bella hat sich letztes Jahr etwas von ihrer Mähne abgeschubbert und das ist nicht wirklich nachgewachsen. Da schwitze ich immer Blut und Waser, weil die ausgedünnte Mähne viel schwieriger einzuflechten ist. Das ist bei Weihe mit der dickeren Mähne viel einfacher. Und Bella hasst kaltes Wasser! Zu Hause spritzen wir sie nur warm ab, aber auf dem Turnier gibt es meist kein warmes Wasser, dann muss sie da teilweise durch. Isabell und ich sind beim vorsichtigen Abspritzen dann zu zweit, weil Bella sonst bei kaltem Wasser definitiv nicht ruhig stehen bleibt. Und zum richtigen Abwaschen bereiten wir ihr warmes Wasser mit einem Tauchsieder zu. Weihe ist das egal, sie ist da ganz unkompliziert.

dressursport-deutschland.de: Viele Turnierpferde bringen gerne ihr Spielzeug zu den Turnieren mit…
Steffi Wiegard: Ich habe auch immer einen Ball und einen Leckstein für die Stuten dabei, aber da ähneln sie sich wieder. Das interessiert sie beides nicht wirklich. Johnny (Don Johnson) dagegen hat immer mehrere Bälle, die er gerne durch die Gegend schleudert. Und Emilio liebt seine Baumstamm-Holzscheiben. In die beißt er rein und spielt vehement damit. Die Damen beschränken sich aufs ausgiebige Wälzen nach der Dusche – sowohl zu Hause als auch in den Turnierboxen. Das lieben sie.

dressursport-deutschland.de: Zum Schluss noch ein kurzer Rückblick auf die Europameisterschaft in Rotterdam. Wie hast Du die EM erlebt?
Steffi Wiegard: Mit Muskelkater (lacht). Der Weg war schon weit von den Stallungen bis zum Hauptstadion, aber von den Stallungen bis zu den Lkw-Parkplätzen – das war tatsächlich eine gute Viertelstunde mit dem Fahrrad und ich hatte nur mein Klapprad dabei. Da hatte ich tatsächlich Muskelkater vom Radfahren. Die anderen hatten teilweise E-Bikes oder Roller, das war natürlich einfacher, aber ich will ja auch ein bisschen Sport treiben :-) Morgens sind wir, die deutschen Grooms der Dressurpferde, meist zusammen zum Stall gefahren – gemeinsame kleine Fahrradtour – und abends zurück. Das war immer sehr witzig. So was schweißt auch noch mehr zusammen.

dressursport-deutschland.de: Die Bedingungen für die Pferde waren, denke ich, gut, für Euch Pfleger war der Anfang etwas schleppend?
Steffi Wiegard: Ja, unbedingt, die Boxen waren super und wir waren in der Stallgasse zusammen mit den Springern, das war auch klasse. Wir hatten viel Spaß. Schwierig war die Verpflegung zu Beginn. Wir sind freitags angereist, aber bis es für die Pfleger Verpflegung gab, war es Sonntagabend. Da kann ich nur noch mal ein dickes Dankeschön an unsere Reiter und Equipechef Klaus Roeser sagen. Sie haben sich bestens um unsere Versorgung gekümmert.