„Er war einfach super!“ Isabell Werth ist stolz auf ihren 13-jährigen Emilio. Zum zweiten Mal hat sie diese Kür mit ihm geritten beim – Weltcup-Turnier in Lyon – und sie hat sie rundum genossen. Er auch!

 


dressursport-deutschland.de: Personal Best und der dritte Sieg in Folge mit Emilio in Lyon. Sie strahlen auch noch einen Tag später. Lyon aus Ihrer Sicht?
Isabell Werth: Emilio war einfach super. Er hat sich noch mal sehr schön weiter entwickelt, er ist in der Galopp-Tour noch geschlossener geworden. Ich war auch schon im Grand Prix zufrieden. Lyon war sein erstes Turnier seit Aachen, da war er beim Einreiten noch etwas ungeduldig, aber ich habe lange gewartet und dann stand er auch ruhig. Im versammelten Schritt kam ich etwas zu dicht an die Vierecksbegrenzung und habe mich einmal kurz bewegt, da wollte er schon anpiaffieren, aber insgesamt war er auch im Grand Prix schon wirklich gut. Und dann kam die Kür und er war fantastisch. Von A bis Z super.

dressursport-deutschland.de: Mit 87,090 Prozent haben Sie mit Emilio in Lyon ein neues Bestergebnis hingelegt. Hat es sich auch so angefühlt?
Isabell Werth: Ja, absolut. Das war nach der Kür in Aachen 2017 seine beste Kür. In Balve haben wir diese Kür das erste Mal geritten, jetzt in Lyon hat es mit der Feinabstimmung noch besser gepasst und die Musik ist wunderbar.

dressursport-deutschland.de: Sie kamen auf die Schlusslinie und das Publikum fing an zu klatschen. Haben Sie kurz die Luft angehalten, was Emilio dazu sagen würde?
Isabell Werth: Nein, gar nicht. Wir haben das beide genossen.

dressursport-deutschland.de: Der Moment, wenn in der Kür die Töne von Nessun Dorma beginnen, ist für Sie ganz besonders…
Isabell Werth: Ich liebe diese Musik und wenn ich sie höre und wir galoppieren, dann geht durch mich so ein 'Ah-Effekt'. Fast habe ich den Eindruck, Emilio spürt das und übernimmt diesen 'Ah-Effekt'. Obwohl beim Sound-Check schon einige gewitzelt haben, weil das mal eine Werbe-Melodie von Dr. Oetker war (lacht).

dressursport-deutschland.de: Wie ist Ihr weiterer Weltcup-Plan?
Isabell Werth: In Stuttgart wird Weihegold die Weltcup-Tour gehen und Emilio die klassische, Emilio soll dann noch mal in Salzburg Weltcup gehen und Weihe Stockholm. So ist der Plan heute.

dressursport-deutschland.de: Ich erinnere mich an das Weltcup-Finale in Paris 2018. Damals haben Sie bei der Wahl des Finalpferdes etwas geschwankt…
Isabell Werth: Ja, das stimmt. Damals war Emilio auch sehr gut in Schuss, aber Weihe natürlich auch. Ich habe mich dann am Ende für Weihe entschieden. Inzwischen hatte Emilio eine Zeit, in der er etwas unsicher war, etwas ängstlich im Viereck. Es fehlte die Konstanz. Ich weiß nicht, warum. Man hat in der Zeit einen deutlichen Unterschied zwischen Abreiteplatz und Prüfungsviereck gespürt. Aber jetzt ist er wieder richtig stabilisiert. Balve, Aachen, Lyon – er ist wieder voller Vertrauen und absolut in Schuss!