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Neues bei den FEI-Aufgaben – ab dem 1.1.2020 gibt es zwei neue und einige leicht veränderte internationale Dressuraufgaben, …

…erarbeitet von der FEI Test Working Group. In dieser Arbeitsgruppe sind Kyra Kyrklund, David Hunt und Katrina Wüst. Wir haben mit der internationalen Fünf-Sterne-Richterin Katrina Wüst über einige Veränderungen gesprochen.

dressursport-deutschland.de: Frau Wüst, zunächst einmal, welche Aufgaben wurden verändert, welche neu kreiert?
Katrina Wüst: Um unten anzufangen: die Einlaufprüfung für die Children ist schwerer geworden. Dies geschah auf Wunsch nahezu aller Equipechefs auf der diesjährigen EM. Es muss bei den Kriterien gerade in dieser Altersklasse ja auch immer die Balance zu Reitern aus anderen Teilen der Welt gehalten werden, für die ein einfacher Galoppwechsel schon schwer ist, aber nachdem die starken Nationen seit zwei Jahren ihre Liebe zu den Children entdeckt haben und in Europa viele Reiter unter 15 Jahren große Fortschritte gemacht haben, wurde ein leichtes Anheben der Schwierigkeiten nötig.
In der Inter I und der Inter A wurden nur Kleinigkeiten verändert, in die Inter II ist jetzt der fliegende Galoppwechsel im Mittelgalopp eingebaut worden, die Inter B wurde neu gestaltet und wir haben einen neuen Kurz-Grand Prix entworfen, der aber nur unter bestimmten Gegebenheiten eingesetzt werden kann.

dressursport-deutschland.de: Beginnen wir mal mit dem fliegenden Wechsel im Mittelgalopp. Den gab es ja schon mal…
Katrina Wüst: Ja, der war früher in einigen S-Dressuren drin und auch im Grand Prix. Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder darüber diskutiert, diesen fliegenden Wechsel wieder mit reinzunehmen, jetzt ist es uns gelungen. Mit dieser Lektion kann man sehr gut überprüfen, ob der Mittelgalopp tatsächlich aus dem Hinterbein entwickelt und losgelassen und ohne Stocken durchgesprungen wird. Dann ist diese Lektion kein Problem. Wenn aber die Pferde zu viel nach vorne 'gejagt' werden, dann wird es schwierig. Es ist also auch eine Überprüfung der Durchlässigkeit.

dressursport-deutschland.de: Die Inter B wurde neu gestaltet, weil…?
Katrina Wüst: Die Aufgabe kam bei den Reitern und Trainern nicht gut an. Sie ließ sich einfach nicht so rund reiten, deshalb wurde sie komplett neu entworfen.

dressursport-deutschland.de: Ein neuer Kurz-Grand Prix. Warum? Was sind die 'Eckdaten'?
Katrina Wüst: Mit dem letztjährigen Kurz-Grand Prix, der nur einmal im vergangenen Jahr beim Weltcupturnier in London geritten wurde, war niemand zufrieden. Deshalb haben wir ihn neu gestaltet. Er ist mit 4,35 min ungefähr zwei Minuten kürzer als der normale Grand Prix, aber es ist alles drin, auf ähnlich langen Linien und ohne die Pferde zu überfordern: Das Rückwärtsrichten, die doppelte ganze Trabtraversale, die Zick-Zack-Traversalen im Galopp usw. Aber statt drei Piaffe-Passage-Touren sind es jetzt nur noch zwei und statt dreimal starker Trab, wird jetzt nur noch einmal starker Trab gefordert. Eine Linie ist drin, die ist knackig: Auf der Mittellinie Pirouette, elf Einerwechsel, Pirouette – ähnlich zu der Linie im Special, aber eben nur elf statt 15 Einerwechsel wie im langen Grand Prix. Der Anspruch an diesen Kurz-Grand Prix ist ein besonderer. Die eingesparte Zeit soll für Interviews mit den Reitern genutzt werden, um den Dressursport für das Publikum noch interessanter zu gestalten.

Anm. der Redaktion: Derzeit wird bei der FEI noch diskutiert, wann dieser neue Kurz-Grand Prix eingeführt werden, für welche Veranstaltungen er gelten soll und wie mit ihm 'umgegangen' wird – beispielsweise in Richtung Weltranglistenpunkte etc.

 

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