Und einige Randbemerkungen in Richtung Image des Dressursports, sportpolitische Bedeutung und worin Spitzenpferde den meisten Freizeitpferden voraus sind…

Isabell Werth im Gespräch mit dressursport-deutschland.de:

dressursport-deutschland.de: Wir sind schon fast am Ende der Weltcup-Saison und im Start zum olympischen Jahr. Wie sieht Ihre Planung aus?
Isabell Werth: Ich werde am nächsten Wochenende mit Emilio bei der Weltcup-Etappe Neumünster an den Start gehen und dann wahrscheinlich auch mit ihm nach 's-Hertogenbosch. Das Finale in Las Vegas plane ich mit Weihe und dann geht’s in die Grüne Saison.

dressursport-deutschland.de: Die Frage muss einfach gestellt werden: Wann sehen wir Bella Rose wieder?
Isabell Werth: Bella ist ihr letztes Turnier bei den Europameisterschaften in Rotterdam gegangen, hatte eine schöne lange Winterpause und befindet sich jetzt wieder im Aufbau in die Grüne Saison. Ich werde sie sicher nicht mehr in der Hallensaison vorstellen. Und Hagen ist schon drei Tage nach dem Weltcup-Finale…

dressursport-deutschland.de: Der Dressursport in Deutschland blüht. Riesenerfolge reihen sich aneinander. Bleiben von Ihrer Seite Wünsche offen?
Isabell Werth: Wenn wir mal von einigen 'Ausrutschern' in den sozialen Medien absehen, steht der Dressursport, denke ich, sehr gut da – auch in der Außendarstellung. Gucken wir auf die letzten großen Turniere, Frankfurt, London, Amsterdam – überall war die Hütte voll. In Neumünster ist die Dressur der Veranstaltungsabschnitt, der zuerst ausverkauft war. Das einzige, was vielleicht noch deutlicher gemacht werden könnte, ist die enorme Entwicklung in den Haltungsbedingungen. Was sich da in den letzten 15 bis 20 Jahren, auch auf teilweise öffentlichen Druck hin, getan hat, ist absolut enorm. Da sind die Spitzenpferde – in ihrer ganzen Versorgung mit allem Drum und Dran – den Freizeitpferden häufig weit voraus.

dressursport-deutschland.de: Anfang Februar waren Sie Gast beim Ball des Sports in Wiesbaden. Viele waren einigermaßen verblüfft, dass Sie dorthin die dreimalige Weltcup-Siegerin Weihegold mitgenommen haben?
Isabell Werth: (lacht) Ich hätte natürlich auch Johnny (Don Johnson) mitnehmen können, aber das wäre eventuell extrem spannend geworden. Nein, im Ernst: Es hat sich im Vorfeld rausgestellt, dass unsere Reitfläche sehr klein sein wird. Ich kam mit Weihe gerade aus Amsterdam, da hatte sie alles sehr cool gemacht. Deshalb habe ich mir gedacht, sie wird die beste Variante für diesen Abend sein. Emilio wäre eine Alternative gewesen, aber er war jetzt länger nicht auf Turnier. Es hätte passieren können, dass er etwas ängstlich ist. Mit Weihe bin ich auf 'Nummer sicher' gegangen.

dressursport-deutschland.de: Wie haben Sie den Abend erlebt? Meinen Sie, er hat dem Pferdesport tatsächlich etwas gebracht?
Isabell Werth: Das war insgesamt eine sehr positive, lockere und unverkrampfte Darstellung des Reitsports und ich bin sicher, dass dieser Abend für das Image des Reitsports sehr gut war. Die vielen unterschiedlichen Menschen, die da waren, waren wirklich beeindruckt von unseren Pferden und was sie auf so kleinem Raum geleistet haben. Die Reaktionen waren insgesamt sehr positiv. Für das Image und die öffentliche Darstellung war dieser Abend allerbeste Werbung für unseren Sport. Insbesondere, weil wir sportpolitisch keine besondere Rolle mehr einnehmen, war das ein wichtiger Abend für unseren Sport.