Was bedeutet die Corona-Zeit für Britta Lienhardt, die Pflegerin im Stall von Hubertus Schmidt? Im Gespräch bei dressursport-deutschland.de...

„In der Mittagszeit sitze ich zwei Stunden auf der Koppel und beobachte die Fohlen!“ Britta Lienhardt ist seit acht Jahren Pflegerin im Stall von Hubertus Schmidt. Auf rund 15 Turniere im Jahr begleitet sie die Pferde und den Reitmeister. Ihr letzter 'Einsatz' in diesem Jahr war bisher das Turnier in Dortmund Mitte März. Die Corona-Pause ist nicht nur für Reiter und Pferde eine etwas andere Zeit, auch für die Pfleger…

dressursport-deutschland.de: Normalerweise flechtest Du an den Wochenenden regelmäßig zwei bis vier Pferdemähnen ein. Machst Du das jetzt zu Hause, damit Du nicht aus der Übung kommst?
Britta Lienhardt: (lacht) Nein, ich muss mich ja jeden Morgen selbst einflechten, da bleibe ich im Training.

dressursport-deutschland.de: Ein Sommer ohne Turniere, aber Du machst einen sehr fröhlichen Eindruck. Bist Du ganz froh, mal einige Wochen konstant zu Hause zu sein?
Britta Lienhardt: Nein, so ist es gar nicht. Ich vermisse das Turnierleben total, am liebsten mag ich immer früh morgens die Trainingseinheiten, wenn jeder ganz in Ruhe mit seinem Pferd arbeitet. Und ich vermisse die anderen Pfleger, vor allem Steffi (Pflegerin von Isabell Werth, Anm. d. Red.). Die Leute auf den Turnieren, das ist schon wie eine Familie. Aber ich kann auch die Zeit zu Hause genießen.

dressursport-deutschland.de: Wie und was genießt Du zu Hause?
Britta Lienhardt: Ich habe dieses Jahr wieder ein Fohlen bekommen, es ist mein fünftes, alle von Escolar, aber das erste Fohlen aus meiner neuen Stute – und es ist so schön! Eine kleine Stute, Elektra. In der Mittagszeit sitze ich zwei Stunden auf der Koppel und beobachte die Fohlen, Elektra und ihren Spielkumpel. Das ist für mich wie eine Therapie, ein absolutes Highlight. Und ich genieße es, für die jungen und neuen Pferd im Stall von Hubertus mehr Muße zu haben. Ich gehe gerne mit ihnen um den Teich spazieren oder zum Grasen. Sonst stehen ja doch meistens die Turnierpferde mehr im Vordergrund.

dressursport-deutschland.de: Wenn die Turniere wieder losgehen, auf welches Pferd von Hubertus Schmidt bist Du am meisten gespannt?
Britta Lienhardt: Oh, das ist schwer zu sagen. Viele Pferde haben sich in dieser Zeit jetzt unheimlich entwickelt. Sie sind alle ein gutes Stück weitergekommen. Ich bin ganz gespannt, wie sie das auf den Turnieren umsetzen werden. Wir haben uns große Ziele gesetzt (lacht). Wir haben zum Beispiel zwei Pferde für den Louisdor-Preis, Denoix und Beryll und mit Vainqueur haben wir den Nürnberger Burg-Pokal ins Auge gefasst. Ja, ich will jetzt schon wieder los und gucken wie die Jungs das machen.

Lienhardt Britta Fohlen

Britta mit ihrer eigenen Nachzucht, Elektra