Dreimal war Alexa Westendarp zuvor bei Europameisterschaften dabei, in diesem Jahr feierte sie EM-Teilnahme Nummer vier, das erste Mal bei den U25-Reitern. Da wehte 'ein etwas anderer Wind' und Alexa hat ihn genossen…

 

„Letztes Jahr bei den U21-Reitern wurde noch auf viel mehr Kleinigkeiten geachtet, der Ablauf war viel genauer vorgegeben – sitzen alle im Bus, wer reitet wann etc. Jetzt als U25-Reiter ist man ja schon älter. Man merkt schon, dass etwas mehr erwartet, dass wir auch selbst etwas auf die Kette kriegen“, erzählt Alexa und freut sich drüber. „Hannah (Erbe) und ich sind beispielsweise in Ungarn zuerst angekommen, da war noch keiner aus unserer Mannschaft da.“ Sie hätten alleine ihre Boxen bezogen und waren auch beim ersten Mal Reiten allein. „Ich fand das gut, wir waren einfach etwas mehr selbst verantwortlich. Man kriegt nicht mehr so den Hintern gepudert und wächst an den Aufgaben.“
Alexa Westendarp fasst ihre Erinnerungen an die EM-Tage in Ungarn mit zwei Worten klar zusammen: „Viel Spaß!“ Das Team sei toll gewesen, alle hätten sich auch mit den Jungen Reitern super verstanden und die Stimmung „war einfach klasse“. Auf ihre sportlichen Leistungen zurückblickend erklärt die 22-Jährige: „Ich bin mit meinen Prüfungen sehr zufrieden und vor allem mit Hicksteadt. Ich hatte an beiden Tagen die 7 vor dem Komma, das tat auch gut.“ Im Vorfeld habe sie mit Bundestrainer Sebastian Heinze genau durchgesprochen, wie Hicksteadt an welchem Tag trainiert werden soll, das habe super geklappt. „An den Prüfungstagen wurden die anderen aber immer etwas nervös, weil ich immer erst ein Pferd, bevor ich dran war, mit dem Abreiten angefangen habe. Aber das passte für Hicksteadt genau“, schmunzelt sie gut gelaunt. Unter den Daumen-Drückern in Ungarn war auch das Ehepaar Kasselmann, denen Hicksteadt gehört. „Ich habe mich total gefreut, dass Bianca und Ulli Kasselmann gekommen sind und mich unterstützt haben. Das rechne ich ihnen unheimlich hoch an.“ Auch gefreut hat sie das Engagement von Hans-Heinrich Meyer zu Strohen, als Bundestrainer der U21-Reiter vor Ort. „Er hat sich alle Prüfungen angeguckt und uns ein Feedback gegeben. Das fand ich super. Wir waren ja einige Jahre mit ihm zusammen unterwegs, man kennt sich und ich fand einfach schön, dass er auch jetzt noch ein Auge auf uns geworfen hat.“
Besonders beeindruckt war Alexa vom Kür-Tag. „Die U25-Tour hat eine unheimliche Entwicklung gemacht, es waren so tolle Reiter und Pferde am Start. Und der Kür-Tag war super interessant. Da habe ich mir noch eine Menge Kleinigkeiten abgeguckt.“ Sie selbst war bisher noch nicht bei einer Grand Prix-Kür am Start, hat sich aber über den Entwurf einer Kür für ihr Pferd, Der Prinz, schon Gedanken gemacht. „Die Küren bei der EM waren richtig schwer und ich habe die ein oder andere Idee bekommen, wie man was technisch lösen kann. Da werde ich meine Kür noch einmal überarbeiten.“
Der 17-jährige Hicksteadt hat noch ein bisschen Pause, Anfang September wird Alexa erst mal mit ihrem Der Prinz an den Start gehen, weiter Erfahrung sammeln, die EM-Erfahrungen verarbeiten und sich auf ihre erste Grand Prix-Kür freuen.