Der Sieg in Dänemarks Weltcup-Grand-Prix ging an Catherine Dufour mit Bohemian, Annabelle wird Dritte in der Drei-Sterne-Tour…

 

83,435 Prozent – das war die Messlatte, aufgestellt von der jungen Dänin Catherine Dufour, und es wurde der Sieg. Die beiden stärksten deutschen Paare, Isabell Werth und Emilio und Jessica von Bredow-Werndl und Zaire-E, punktete beide mit der 77 vor dem Komma. Für Emilio wurden es 77,978 Prozent und Platz zwei, Zaire wurde mit 77,348 Prozent Dritte. Die beiden anderen deutschen Damen am Start landeten auf den Plätzen zehn und elf. Jessica Süß und Duisenberg erhielten 69,870 Prozent, Helen Langehanenberg und Damsey folgten mit 69,500 Prozent.

Emilio forderte heute seine Reiterin Isabell Werth, er wollte von ihr durch die Prüfung 'gesteuert' werden. Zu Beginn war er übereifrig und konnte den ersten Gruß kaum aushalten. Er wollte los und das Halten war nur angedeutet, auch das stille Stehen vor dem Rückwärtsrichten kostete er nur in Kürze aus. Auch im Schritt war sein Eifer nicht zu übersehen. Doch der 14-Jährige fand sich immer mehr im Viereck 'ein', steigerte sich zum Ende der Prüfung und zelebrierte eine klasse Schlusslinie.

Zaire zeigte eine sehr schöne, harmonische, ausdrucksvolle Runde – leider mit zwei Fehlern: einmal in den Zweierwechseln und dann auf der Schlusslinie, als sie die Passage zu früh beenden wollte. "Die Fehler waren schade", kommentierte Disziplintrainer Jonny Hilberath, "aber insgesamt ist das Pferd super in Schuss."

Damsey war heute leider nicht in bester 'Laune'. In der Passage hatte er einige nicht ganz gleichmäßige Tritte im Hinterbein, die erste Piaffe war recht deutlich im Vorwärts angelegt, bei der zweiten ist er mit starkem Widerstand 'ausgestiegen', so dass Langehanenberg bei der letzten Piaffe auf Nummer Sicher ging und sie mit knapper Trittzahl im Vorwärts präsentierte. Aber man weiß ja: Damsey ist ein Kürspezialist, in der Weltcup-Kür morgen kann das wieder ganz anders aussehen.

Die Piaffe war heute auch bei Annabelle ein Knackpunkt. Die Kaderdame hatte mit Helen Langehanenberg im Drei-Sterne-Grand Prix eine gute Runde gezeigt, mit einer leichten Unsicherheit in der Zick-Zack-Traversale, aber sonst gut gelungen. Aber auf der Schlusslinie war sie in X definitiv der Meinung, dass dort gehalten wird. "Sie stand da so stolz auf ihre Runde", kommentierte Hilberath, "und war auch nicht mehr zu überreden, dort eine Piaffe zu zeigen. Das war natürlich eine sehr 'teure' Schlusslinie. Dennoch: Dieses Pferd hat sich in den letzten Monaten so entwickelt, praktisch einmal um die Achse gedreht. Das war heute wirklich einfach nur ein Missverständnis." Ihr Ergebnis: 71,391 Prozent und Platz drei.