Das Weltcup-Finale hat die Pferdesport-Welt noch bis Sonntagabend in Atem gehalten, aber heute ist Ruhe eingekehrt. Plötzlich hat sich die Welt doch etwas langsamer gedreht und Vielen von uns wird erst ganz, ganz langsam bewusst, dass es tatsächlich wahr ist. Und wie groß die Lücke ist, die Holger Schmezer in unserer Mitte hinterlassen hat. Wir haben mit drei Reitern gesprochen, die Holger Schmezer gut kannten… Ein kurzes Innehalten nach unfassbaren Tagen.

Ulla Salzgeber
„Ich habe mit Dieter Graf von Landsberg-Velen die Woche zuvor meinen besten Freund verloren und jetzt mit Holger Schmezer auch noch meinen zweitbesten. Das war für mich wirklich ein Schlag. Ich habe das noch überhaupt nicht realisiert. Mein Kopf will das noch nicht wahrhaben. Ständig habe ich das Gefühl, er ruft gleich an oder steht vor der Tür. Holger war einfach immer für einen da – nicht nur als Trainer, auch als Mensch. Egal, ob es ein Sonntagabend oder mitten in der Nacht war. Bei ihm gab es kein Gerede und Getratsche. Wenn man ihn geradeheraus etwas gefragt hat, hat man auch geradeheraus eine Antwort bekommen. Es wird leer sein ohne ihn auf den Turnierplätzen und in der gesamten Reiterwelt.“

Monica Theodorescu
„Eigentlich kannte ich Holger ein Leben lang. Er ist ja früher bei Willi Schultheis geritten und Willi und mein Vater waren eng befreundet. Da kamen dann immer Onkel Willi und Holger zu uns – so war das für mich. Ich kannte ihn also schon aus seiner Zeit als Reiter und als ich noch ein junges Mädchen war. Holger und ich sind mit derselben Art des Reitens und Ausbildens groß geworden. Man sprach irgendwie dieselbe Sprache und ich habe mich in seiner Philosophie wiedergefunden. Am Montag vergangener Woche habe ich ihn noch Zuhause abgeholt und wir sind zusammen zur Reiterforum-Award-Verleihung gefahren. Eine Stunde Fahrt, auf der wir wie immer viel erzählt haben – nicht nur über Dressur und Pferde, auch über ganz alltägliche Dinge und Belanglosigkeiten.
Am schlimmsten finde ich, dass es ihm jetzt nicht mehr vergönnt sein wird, sein Kind aufwachsen zu sehen. Das ist das Schlimmste.
Wir müssen jetzt alle noch enger zusammen rücken und vor allen Dingen auch Jonny (Hilberath) unterstützen. Das müssen wir machen – auch für Holger.“

Matthias Alexander Rath
„Ich habe sechs Stunden bevor es passiert noch mit ihm trainiert. Für mich ist das alles immer noch völlig unrealistisch. Mir laufen immer noch kalte Schauer über den Rücken. Holger hat mir die Chance gegeben, in den Seniorenbereich reinzukommen. Schon 2008 mit Sterntaler hat er mir auf dem Weg in den Championatskader geholfen. Das ist etwas, was ich besonders an ihm geschätzt habe: Dass er auch die jungen Leute immer unterstützt hat – man sieht das auch jetzt an Kristina (Sprehe) oder im vergangenen Jahr an Helen (Langehanenberg). Er hat die Jungen unterstützt, ohne dabei die ‚Alten’ beiseite zu schieben. Er war immer absolut für den Sport!“