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Geb.: 31. Oktober 1992
Wohnort: Bad Homburg
Beruf: Studentin der European Business School, Oestrich-Winkel
 
Sanneke Rothenberger:

„Ich war schon als Kind ein Orka-Fan, vielleicht auch, weil ich so gerne die Filme 1 bis 3 von Free Willi geguckt habe (lacht). Ich finde Orkas immer noch faszinierend und würde sie sehr gerne mal live anschauen.“

 

Foto: Bärbel Schnell



Sanneke Rothenberger, dreifache Europameisterin der Dressur-Junioren 2008 bei der ersten EM im Großpferdsattel! Ein Mega-Erfolg, ein Traum – ein Rezept? „Ich glaube, ich habe den Erfolg weil hinter meinem Pferd und mir ein gutes Team steht.“ Das war ein gelungener Übergang vom Pony aufs Großpferd! In den drei Jahren zuvor gehörte Sanneke bereits zum deutschen Pony-EM-Team und kam jeweils mit Mannschaftsgold nach Hause, einmal auch mit einer Silbermedaille in der Einzelwertung. Und in den Jahren nach ihrem Erfolgs-Umstieg machte Sanneke alles andere als sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. 2009 gewann sie mit Deveraux wieder alles. Ein Jahr später griff sie, obwohl noch im Juniorenalter, schon bei den Jungen Reitern an, überzeugte und war wieder bei der EM dabei – und wieder mit Medaillensegen: Teamgold und zweimal Silber. 2011 machte sie mit Deveraux da bei den Jungen Reitern weiter, wo sie 2008 bei den Junioren angefangen hatte: Dreimal Gold. 2012 hieß ihre EM-Partnerin Wolke Sieben – wieder Teamgold und dazu Einzelbronze. „Deveraux hatte ich ja schon zweimal mit auf einer EM, da habe ich gedacht: Jetzt ist Wolke auch mal dran.“ Sanneke hat Medaillen gesammelt: Bei acht Europameisterschaften im Nachwuchsbereich hat sie 18 Medaillen erritten davon 14 goldene und ist damit die erfolgreichste Reiterin im Jugendbereich aller Zeiten.
Mutter Gonnelien und Vater Sven haben beide schon bei Olympischen Spielen Medaillen gewonnen und trainieren gemeinsam ihre älteste Tochter. „Meine Eltern sind im Training streng.“ Voller Einsatz, voller Erfolg! Und das Ziel von Sanneke ist klar: Gutes Reiten in größter Harmonie mit mein Pferd! „Ich bin ehrgeizig, kann mich gut konzentrieren und bin sehr diszipliniert. Wenn meine Eltern mir früher gesagt haben, dass ich um 5.30 Uhr aufstehen muss, um vor der Schule zu reiten, dann habe ich das gemacht – und zwar gerne!“ Die Pferde prägen ihren Tag, nicht nur den Ablauf, auch stimmungsmäßig: „Ich denke viel über meine Pferde nach und wenn es im Training mal nicht so geklappt hat, mache ich mir meine Gedanken.“
Sanneke ging auf die Internationale Schule in Frankfurt, Englisch war Unterrichtssprache. Inzwischen studiert sie an der European Business School in Oestrich-Winkel und nimmt ihr Studium genauso ernst wie ihren Sport. Nach dem Bachelor strebt sie noch den Master an und hat sich schon innerhalb des Studiums vermehrt mit Immobilien beschäftigt. „Das interessiert mich und ich habe schon zwei Praktika in dem Bereich gemacht. Das hat Spaß gemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass ich im Immobilienbereich bleibe.“  Von Januar bis April 2013 hat Sanneke ein Auslandssemester in Kanada absolviert. Vier Monate (fast) ohne Pferde –zwischendurch ist sie schon mal nach Hause geflogen und hat ein Turnier geritten – und mit viel Freizeit. Das war völlig ungewohnt für die Studentin. „Kanada ist ein wundervolles Land und die Leute waren sehr freundlich. Ich habe mir ein paar tolle Städte angesehen und die Zeit war toll, aber ich habe auch festegestellt: Ohne Reiten geht es gar nicht!“
Die Pferde sind der Mittelpunkt in Sannekes Leben, aber ihr Hobby zum Beruf machen, das kam für sie nie in Frage. „Mein Vater betreibt die Reiterei auch nur im ‚Nebenberuf’, aber dennoch professionell. So möchte ich das auch machen. Ich möchte auf keinen Fall aufhören zu reiten, aber mein Geld möchte ich anders verdienen.“ Sven Rothenberger ist nicht nur Vater und Trainer, sondern auch Vorbild.
Wolke Sieben kam 2007 in den Stall der Familie Rothenberger, damals war die Wolkenstein II-Tochter bereits erfolgreich bis St.Georg. 2009 stellte Sie Vater Sven einmal im Grand Prix vor und gewann auf anhieb, bevor erst Sannekes Bruder Sönke im Sattel von Wolke Platz nahm und dann Sanneke selbst. „In der Junioren-Tour haben wir ihr den Grand Prix ja praktisch wieder abtrainiert“, lacht Sanneke. Inzwischen haben sich die beiden auch im Grand Prix-Viereck etabliert und wurden 2012 im Finale des Piaff-Förderpreises beispielsweise Vierte. Deveraux hat Sanneke die Grand Prix-Lektionen selbst beigebracht. Und seit Ende 2012 gehört auch Favourit zu Sannekes Pferden. „Favourit hat uns schon immer unter Tinne Vilhelmsson gefallen, besonders meinem Vater und der war auch der Meinung, dass ich noch ein Pferd brauche, auf dem ich das richtige Gefühl lernen kann. Deshalb haben wir Ende 2012 Favourit gekauft. Er kann wirklich alles und das Gefühl auf ihm ist toll.“ Mit Favourit war sie 2013 zum ersten Mal bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren am Start und wurde Zehnte.
„Niemand ist perfekt – die Pferde auch nicht!“ Ein weiser Spruch und Sanneke hat ihn verstehen gelernt. Wenn mal etwas im Training oder in der Prüfung schief läuft, dann hat sie gelernt, das abzuhaken und zu analysieren, um mit neuem Elan nach vorne zu schauen. Das erste Mal wo Sie es gelernt hat schnell abzuhaken und positiv nach vorne zu schauen war bei der Pony-Europameisterschaft 2006 in Saumur. „Ich war mit Konrad auf Silberkurs und dann ist er beim letzten einfachen Wechsel weggesprungen. Natürlich ist es traurig, dass so was gerade auf eine Europameisterschaft passiert, aber Konrad hat so viel tolle Sachen für mich gemacht, was ist denn dann schon ein kleiner Aussetzer?“ Wenn Sanneke sich sonst mal ablenken möchte, liest Sie gerne ein Buch „Ich setze mich gerne mit einem dicken Roman von 500 Seiten hin und verschlinge den an einem Tag.“
Wenn es um ihre eigenen Schwächen geht, fällt Sanneke spontan etwas ein: „Im Zimmer aufräumen bin ich nicht besonders gut.“ Und sie hat eine romantische und eine experimentelle Ader: Notting Hill gehört zu ihren Lieblingsfilmen und sie liebt es, in der Küche Rezepte auszuprobieren. „Meine Schwester fragt dann manchmal etwas skeptisch, ob sie das wirklich probieren muss.“ Und beim nächsten Mal gibt es dann wieder die selbst gemachten Nudelspezialitäten der Schwestern und die Küche präsentiert sich im Komplett-Mehl-Look.