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Die Dressurreiter und -pferde sind längst wieder zu Hause, aber die Weltreiterspiele haben erst Halbzeit erreicht. Dennoch kann, nein, muss man schon jetzt ein ernüchterndes Fazit ziehen.

Es gibt zwei große Themen, die vom internationalen Pressezentrum in Caen dieser Tage in die Welt hinaus getragen werden.
1. Erschöpfte und tote Pferde bei der Reit-WM
2. Diese Spiele sind schlecht organisiert, unfreundlich und ignorant.

Jetzt könnten wir aus dressursportlicher Perspektive ja sagen: Tote Pferde gab es bei uns nicht, übermäßig erschöpfte auch nicht. Aber die Nachricht, die in der Welt ankommt ist nicht differenziert zwischen den Disziplinen. Da kommen alle Pferdesportler als mehr oder weniger 'brutale Typen' rüber. Wenn wir gestern einen Tag im Vielseitigkeitsgelände gehabt hätten, der tollen Sport mit tollen Bedingungen gezeigt hätte. Oder wenn wir einen Distanztag erlebt hätten mit durchdachter Strecke und bereitbarem Boden. Wenn erschöpfte Pferde, die Ausnahme gewesen wären. Aber dem war ganz und gar nicht so. Erschöpfung und unschöne Bilder haben diese Tage geprägt und das ist ein Schlag ins Gesicht für den gesamten internationalen Pferdesport.
Die Versorgung der Zuschauer – ohne funktionierende Toiletten, ohne nette Sitzgelegenheiten, ohne die Möglichkeit, mal nett einen Happen zwischendurch zu essen, und mit mangelhaftem Transportsystem – ist ein weiterer Punkt. Die häufige Unfreundlichkeit der Volunteers, die selten mehr als Französisch sprachen und nicht selten betonten, dass man in Frankreich sei und da würde Französisch gesprochen.

Nein, man hat dieser in Caen nicht das Gefühl, dass es eine Freude ist, hier zu sein. Und auch nicht, dass es für die Franzosen eine Freude ist, die internationale Pferdesportwelt zu empfangen.

Es gibt also zwei Möglichkeiten, ein Fazit zu ziehen.
Entweder man stellt die Art der Weltreiterspiele komplett in Frage. Kaum ein Land kann diese Anforderung mit acht Disziplinen stemmen!
Oder man greift auf Bewährtes und Bestehendes zurück, heißt: Wir machen die WEG alternierend in Aachen und Kentucky. Wo tatsächlich alle Disziplinen unter einen Hut kommen. Wo tatsächlich WEG-Feeling aufkommen kann. Wo der Pferdesport ein positives gemeinsames Bild in die Welt hinaus schickt! Aber nicht acht Disziplinen, die auf sechs verschiedene Orte verteilt sind und die normalerweise keine Pferdesportler empfangen. Das klappt einfach nicht.

Also: Ich bin für WEG Aachen 2018 (nicht Kanada), WEG Kentucky 2022, WEG Aachen 2026, WEG Kentucky 2030 etc.

Kim Kreling