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Mit der Siegerin der U25-Prüfung am ersten Tag in Balve im Gespräch: Ann-Kathrin Lindner.

dressursport-deutschland.de: Mannheim war vor vier Wochen – der Unterschied hier in Balve war enorm. Was haben Sunfire und Du heute so anders gemacht?
Ann-Kathrin Lindner: Ich bin so mega glücklich, dass das heute so ging. Der Druck von der letzten Saison geht auch an einem Reiter nicht spurlos vorbei. Vorher war ich eigentlich immer in Angriffsposition, das war für mich angenehmer. Jetzt weiß ich, dass ich angreifen muss. Durch den Druck bin ich in Mannheim etwas ‚stur‘ geritten. Ich wollte es zu gut machen und war dadurch verkrampft beim Reiten. Auch noch die ganze Woche nach Mannheim konnte ich zu Hause nicht locker reiten, auch nicht meine jungen Pferde. Da war mir klar, ich muss etwas ändern.

„Wir haben dieses Mal einen Schlachtplan entwickelt“, erklärt Jonny Hilberath lächelnd. „Ich habe zu Jessi gesagt: Trau Dich einmal mehr!“

Das hat geklappt. „Ja, ich habe mich heute tatsächlich mehr getraut und offensichtlich hat das Dalera noch mehr Selbstvertrauen gegeben“, freute sich Jessica von Bredow-Werndl nach ihrem Ritt. „Ich hatte mir vorgenommen: ‚All In‘ und der Plan ist aufgegangen.“ Mit der persönlichen Bestleistung von 85,040 Prozent siegten von Bredow-Werndl und die 14-jährige Easy Game-Tochter TSF Dalera BB. „Ich habe noch nie so eine Runde erlebt“, schwärmte die Siegerin. „Ich hatte keinen Millimeter das Gefühl, das etwas schief gehen könnte. Sie war von der ersten bis zur letzten Millisekunde bei mir, keiner von uns hat auch nur einen Moment gezweifelt.“ Mit Blick auf den Special am morgigen Freitag bleibt von Bredow-Werndl konzentriert: „Jeder Tag ist neu. Morgen wieder ‚All In‘ und dann schaun wir, was passiert.“

"Niemand wollte der ‚Depp‘ sein, der das Mannschaftsgold vermasselt." Ein persönlicher Rück- und Ausblick von Monica Theodorescu…

2016 hat Monica Theodorescu das deutsche Team als Bundestrainerin zu Teamgold, Einzelsilber und Einzelbronze geleitet. Es waren ihren fünften Olympischen Spiele (dreimal war sie als Team-Mitglied dabei, einmal als Reservereiterin), aber die ersten als Bundestrainerin. Ein persönlicher Rück- und Ausblick der Cheftrainerin:

Frank Kemperman ist noch der Vorsitzende des FEI-Dressurkomitees, aber seine Amtszeit läuft Ende des Jahres ab.

Ein Name, der um die Nachfolge im Gespräch ist, ist Prof. Dr. Martin Richenhagen. Richenhagen bestätigte gegenüber dressursport-deutschland.de, dass seine Bewerbungsunterlagen bereits der FEI vorliegen.
Richenhagen ist im Dressursport national und international bekannt. Er kennt die FEI und ihre Systematik. Von 199 bis 2018 war er FEI-Richter, seit 1994 ist er FEI-Chef-Steward und war 2008 bei den Olympischen Spielen in Hongkong Equipechef des deutschen Dressurteams.

Isabell Werth hat die wunderbarste Qual der Wahl…

Nächsten Donnerstag beginnen die Deutschen Meisterschaften in Balve, Sichtung zunächst für die Olympischen Spiele, aber auch mit Hinblick auf die Europameisterschaften im September in Hagen.
Isabell Werth hat dabei die wunderbare Qual der Wahl aus vier Kaderpferden: Weihegold OLD 16), Bella Rose (17), DSP Quantaz (11) und Emilio (15).
„Ich werde in Balve Bella Rose und Quantaz reiten, das habe ich so mit allen Beteiligten und dem Dressurausschuss besprochen“, erklärt Werth. Weihegold, da seien sich alle einig, habe sich schon oft genug bewiesen und Emilio wird seine Chance eine Woche später bei CDI4* in Achleiten bekommen.
Weihegold wird somit keine Gelegenheit haben, ihre Kür-Titel aus dem vergangenen Jahr zu verteidigen. Es war der zweite Deutsche Meistertitel für die immer eifrige Rappstute und der 16. für Isabell Werth.

Benjamin Werndl im Podcast-Interview bei 'Die Finals'…

Auszüge aus dem Interview:

DM Balve: „Ich habe mir ja letztes Jahr einen Tag vor dem Finale das Schlüsselbein gebrochen. Deshalb habe ich mit den Deutschen Meisterschaften noch eine Rechnung offen.“

Geschwister-Vergleich: „Die Chancen von Jessi stehen jetzt an dieser Stelle gerade deutlich besser als meine. Ich habe eher Außenseiterchancen. Aber – mal schaun!“

Heute ist ein wunderbarer Anlass für einen kurzen Gedanken-Exkurs, heute…

…feiert Helen Langehanenberg ihren Geburtstag. Am vergangenen Wochenende war die Kaderreiterin beim CDI München am Start, einerseits mit Annabelle in der Special-Tour, andererseits im Nürnberger Burg-Pokal. Mit Ascenzione gewann Helen Langehanenberg beide Burg-Pokal-Prüfungen. Das Besondere daran war das ‚Wie‘! Diese junge Stute bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit durch die Prüfungen, dass es ein absoluter Genuss war.

Münchens Finaltag mit Topstuten…

Louisdor-Tickets für Superb und Valencia As

„Das war einfach super!“, kommentierte Dr. Dietrich Plewa den Ritt von Isabell Werth und der neunjährigen Surprice-Tochter Superb. Plewa sprach mit zukünftiger Perspektive von einem „weiteren Championatspferd unter dem Sattel von Isabell Werth. „Da sind so viele Höhepunkte, die sich aneinanderreihen: die getragene Passage, die Piaffe mit unheimlich akzentuiertem Bewegungsablauf, die bedeutenden Wechsel…“ Auch Werth selbst war hochzufrieden und resümierte: „Das Pferd hat wirklich noch mal einen Riesenschritt gemacht von Hagen hier nach München.“ Sie sei hochgradig rossig und habe sich von den beiden Hengsten auf dem Abreiteplatz ein bisschen animieren lassen. „Da habe ich schon gedacht, das wird ja eine ganz spannende Geschichte, aber das hat sie super gemacht im Viereck. Das einizige, was das Pferd noch braucht, ist ‚Ringerfahrung‘.“

… und noch viel mehr Topsport! Der Samstag in München mit Straight Horse Ascenzione und TSF Dalera BB, drei Pferden über 80 Prozent…

Der Samstag in München ging gut los: die allererste Starterin des Tages war die achtjährige Vollschwester des dreifachen Weltmeisters Sezuan, Straight Horse Ascenzione, unter dem Sattel von Helen Langehanenberg. Die Trabtour war ein Musterbeispiel an Leichtfüßigkeit, Harmonie und wunderbarem Ausdruck, insgesamt die Prüfung aus einem Guss. In der Galopp-Tour darf die Stute noch etwas mehr reifen, sich noch etwas mehr im Bergauf präsentieren. Dreimal hatte sich die Zack-Tochter schon für die WM der jungen Dressurpferde qualifiziert und sich altersgemäß weiter entwickelt. Es wäre zu schade, wenn sie nicht unter die Finalisten des Nürnberger Burg-Pokals zählte. In Hagen musste sie sich in der Finalqualifikation noch hinter Boxennachbarin Schöne Scarlett aufstellen, in München könnte sie sich morgen ihr Finalticket sichern. München ist die vierte Station des Burg-Pokals in seinem 30. Jahr. Heute siegte die junge Dame mit 76,610 Prozent.

Tag 2 in München: Showtimes grandioses Comeback, TSF Dalera BB knapp unter personal best, Ferdinand BB zum zweiten Sieg und Zehn von Elf über 70 Prozent im Louisdor-Preis…

Sechs Olympiakaderreiter unter den ersten Sieben und der Sieg für TSF Dalera BB unter Jessica von Bredow-Werndl mit 81,609 Prozent und damit nur etwa fünf Hundertstelprozent unter ihrem bisherigen persönlichen Bestergebnis. Alle fünf Richter sahen das Paar an erster Stelle. Einige kleine Momente können in der Feinabstimmung noch verbessert werden und in der ersten Pirouette tauchte Dalera einmal ab, aber gerade in der Piaffe und in den Übergänge Piaffe-Passage begeisterten die beiden absolut.


Das Comeback von Showtime FRH: Nach gut 20 Monaten Turnierpause präsentierte sich der 15-Jährige rund bemuskelt und glänzend im Lack. Schon bei der ersten Lektion – Einreiten, halten, grüßen, antraben – kassierte er die erste 10. „Dieses Pferd ist einfach nur genial und er hat so toll auf mich aufgepasst“, war Dorothee Schneider von ‚Showi‘ gerührt. Das ‚aufgepasst‘ war natürlich auf ihren Schlüsselbeinbruch gemünzt. Im Training sitzt Schneider noch mit Hilfe einer eigens für sie angefertigten Neoprenweste im Sattel, während der Prüfung wurde ihr Schlüsselbein unter dem Frack mit einem Tapeverband gestützt. Vor ihrem Comeback in München waren Schneider und Showtime auf keinem anderen Platz zum Trainieren, sie habe ihn nur zu Hause in Ruhe durchgymnastiziert und außerdem sei er fit wie ein Turnschuh und fühle sich in München immer wohl. „Ich habe mich darauf verlassen, dass er mir vertraut und das war der Fall. Gänsehaut pur!“
Freimütig gestand die Reitmeisterin: „Wir hatten noch Fehler, aber ich habe diesen Ritt nur genossen. Er ist einfach ein Traum.“ Die Fehler waren tatsächlich teuer. Es ging in erster Linie um den versprungenen Wechsel nach dem starken Galopp und die fehlerhaften Einerwechseln. Nach den Einerwechseln werden von den fünf Richtern je noch elf Noten vergeben, also gesamt 55 Noten, davon stand zweimal die 7,5 auf dem Notenbogen, alle anderen lagen bei 8 und höher, fünfmal wurde noch die 10 gezückt.
„Man hat ganz selten ein solches Pferd“, betonte Schneider. „Deswegen habe ich ihn auch letztes Jahr nicht vorgestellt.“ (Das erinnert an die Taktik von Isabell Werth mit Bella Rose – Anmerkung am Rande.) „Ich habe gedacht: Wenn dieses Jahr noch mal Olympische Spiele stattfinden, dann habe ich noch mal den tollen Showi, um mich vielleicht in diese Richtung qualifizieren zu können.“
Gleich vier Joker in Richtung Olympia stehen im Stall von Isabell Werth, einer davon ist der elfjährige DSP Quantaz, den sie in München dabei hatte. Mit 76,674 Prozent wurden sie heute Dritte – nicht ohne Kopfschütteln der Reiterin nach den Fehlern in den Einerwechseln. Der Wechsel zwischen den Pirouetten war nicht ganz durchgesprungen, zu Beginn wollte Quantaz nicht ruhig stehen und im Schritt war ihm der jugendliche Übereifer noch anzusehen. Fazit: Trotz dieser Fehler, hauptsächlich durch Übereifer entstanden, fast 77 Prozent – perspektivisch ein gutes Ergebnis!
Eine gute Runde zeigten Hubertus Schmidt und Escolar. Nahezu fehlerfrei und mit dieser für Escolar typischen wunderbar ausdrucksvollen Galopp-Tour. Es gab Momente, vor allen Dingen in Piaffe und Passage, da hätte man sich von dem imposanten Hengst noch etwas mehr Eigendynamik gewünscht. Endergebnis: 75,565 Prozent.
Annabelle unter Helen Langehanenberg (Platz sechs, 73,717 %) und Daily Mirror unter Benjamin Werndl (Platz sieben, 73,652 %) komplettierten die Erfolge der Olympiakaderreiter in Münchens Vier-Sterne-Tour.

‚Ferdl’ mit Passagen „wie ein Metronom“
Das war in der Tat ein ereignisreicher Tag in München. Der zwölfjährige Ferdinand BB siegte in seinem zweiten internationalen Special mit 75,383 Prozent. Zwar hatte der Florencio-Sohn auch gestern den Grand Prix der Drei-Sterne-Tour in München unter dem Sattel von Jessica von Bredow-Werndl gewonnen, aber der Sieg heute hatte eine andere Klasse. „Ich habe ihm noch mal eine Schippe mehr Selbstvertrauen gegeben. Gestern hatte er wahrscheinlich noch Frühlingsgefühle, es war auch das erste Draußen-Turnier. Heute habe ich es geschafft, die Energie besser zu kanalisieren“, freute sich von Bredow-Werndl. „Ich hatte heute immer noch Ecken und Kanten drin und ein paar Abstimmungsfehler, aber ich glaube sehr sehr sehr an ihn!“ Die Passagen seien schon heute ein Highlight gewesen, wie ein Metronom und mit sehr viel Energie, und die Piaffen könne er noch besser als heute gezeigt. „Aber das wird auch ein Highlight, das spüre ich.“

Louisdor-Preis: Zehn von Elf über 70 Prozent
Der Louisdor-Preis in München: Es ist die zweite Station der Serie in diesem Jahr und die Besetzung ist außergewöhnlich. Zwei Burg-Pokal-Finalsieger waren dabei: Total Hope unter Isabel Freese, der auch gewann mit 75,316 Prozent, und der achtjährige Destacado, der Burg-Pokal-Sieger des vergangenen Jahres, der unter Mattias Rath heute Vierter wurde mit 74,053 Prozent. Dazwischen stellten sich Valencia As unter Fabienne Müller-Lütkemeier (Platz zwei mit 74,974 %) und Superb unter Isabell Werth (Platz drei mit 74,868 %) auf. Keine Frage – die Finalqualifikation am Sonntag dürfte ein ‚dressursportlicher Leckerbissen’ werden.

HIER gibt es alle Ergebnisse aus München

 

Tag 1-Telegramm von der Pferd International in München…

 Jessica von Bredow-Werndl siegt mit dem zwölfjährigen Florencio-Sohn Ferdinand BB im Grand Prix der Drei-Sterne-Tour. Ihr Ergebnis: 72,739 Prozent. Es war überhaupt erst der zweite internationale Grand Prix für Ferdinand, der 2019 zu den Finalisten des Lousidor-Preises gehörte und Mitte Februar in Stadl Paura bereits Grand Prix und Special gewonnen hatte. Heute war Ferdinand noch etwas angespannt im Viereck. Das zeigte sich vor allen Dingen in der Grußaufstellung zu Beginn und beim Rückwärtsrichten. In den Zweierwechsel leistete sich das Paar einige Fehler, aber zu beeindrucken wusste der Dunkelbraune vor allen Dingen in der Piaff-Passage-Tour!

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